Aufsatz 
Krinagoras von Mytilene : eine Abhandlung / Eduard Geist
Entstehung
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als Nr. 49 A. P. IX, 513, als Nr. 50 A. P. IX, 560, als Nr. 51 A. P. X, 24. Huſchke in den Anal. crit. p. 219 legt auch A. P. IX, 514 dem Krinagoras bei, aber ohne hinlänglichen Grund. Durch einen Irrthum in der Ueberſchrift wird auch A. P. VII, 744 in der Handſchrift dem Krinagoras beigelegt, während es von Dio⸗ genes Laertius iſt und in deſſen Vit. Phil. als von ihm ſelbſt abge⸗ faßt angeführt wird; wenn aber Weygand im neuen Rheiniſchen Muſeum III, 4, S. 543 behauptet, daß Krinagoras in der Ueberſchrift nicht als Verfaſſer genannt, ſondern der berühmte Aſtronom Eudorus, von dem das Epigramm handelt, als der Sohn eines gewiſſen Kri⸗ nagoras bezeichnet werde, ſo iſt dieß nicht richtig; denn Eudoxus war, wie die Alten einſtimmig berichten, und auch Diogenes Laertius an der Stelle, wo er das Epigramm mittheilt, ausdrücklich ſagt, ein Sohn des Aeſchines; demnach ſoll der Name Krinagoras, wiewohl unrichtiger Weiſe, wirklich den Verfaſſer bezeichnen, iſt aber durch ein Verſehen des Abſchreibers an die unrechte Stelle geſetzt. Wey⸗ gand a. a. O. legt auch das anonyme Epigramm A. P. IX, 65 dem Krinagoras bei, wahrſcheinlich weil in einem Codex der Planudea deſſen Name dabei ſteht; wer aber die Manier des Krinagoras kennt, wird alsbald einſehen, daß dieſes Epigramm nicht von ihm ſein kann. Bei Planudes folgt auf dieſes Gedicht ein dem Krinagoras angehöriges und dadurch iſt wohl der Irrthum entſtanden. Endlich wird noch ein Gedicht des Krinagoras erwähnt von dem Mytho⸗ graphen Ptolemäus Chennus, aus deſſen Schrift uns Photius einen Auszug erhalten hat; dort heißt es nämlich S. 322 der Scriptores hist. poet. von Gale, nach Einigen habe nicht Pollux mit dem Amykus gekämpft, ſondern Jaſon, und daraus erkläre ſich das Epi⸗ gramm des Krinagoras. Ein ſolches Epigramm des Krinagoras findet ſich aber nicht unter den mit ſeinem Namen verſehenen, viel⸗ leicht iſt dieß aber das 1060. A. P. XIV, 59, welches in ſeiner gegenwärtigen Geſtalt keinen Sinn giebt, und in dem wahrſcheinlich einige Verſe ausgefallen ſind. Außer den angeführten Stellen wird meines Wiſſens Krinagoras nirgends von den Alten erwähnt. Noch bemerke ich, daß die beſondere Ausgabe der Gedichte des Krinagoras von Manſo, welche Harleß zu Fabric. Bibl. Gr. a. a. O. und Fiſcher zum Anakreon erwähnen, ſo viel ich weiß, nie wirklich er⸗ ſchienen iſt.