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OEelat heißen nämlich die kleinen Felſeninſeln am Ausfluß des Achelous, ſonſt Echinaden genannt. Eben dahin gehört die Beſchrei⸗ bung einer kleinen Inſel in der Nähe von Corcyra in ep. 23, worunter ich mit Reiske und Meineke p. 202 die Inſel Iußora verſtehe. Auch in Athen ſcheint ſich Krinagoras entweder auf der erwähnten Reiſe oder früher eine Zeitlang aufgehalten zu haben. Denn die Erwähnung der eleuſiniſchen Myſterien und ihrer Seg⸗ nungen in ep. 30 möchte ich nicht mit den bisherigen Erklärern auf die Einweihung des Auguſtus, ſondern auf die des Krinagoras ſelbſt beziehen. Ebenſo deutet A. P. VI, 100, wo der Fackellauf des Prometheus erwähnt wird, wohl auf keinen andern Ort als Athen; vgl. Hermann, Gottesdienſtl. Alterth. d. Gr.§. 30, Anm. 31 u. 32 u.§. 62, Anm. 25. Die Hinreiſe in die Heimath hatte Krinagoras vielleicht im Gefolge des Auguſtus auf einer von deſſen Reiſen in den Orient unternommen; denn ep. 26 iſt von einer Ziege die Rede, deren Milch Auguſtus genoß und die er deßhalb auch auf einer Seereiſe mitnahm. Vielleicht war Krinagoras auch auf der von Auguſtus im Jahr der Stadt 727 nach Gallien und Hiſpanien unternommenen Reiſe in deſſen Gefolge. In dem dunkeln ep. 32 werden nämlich dichtbehaarte Diebe in den Alpen erwähnt, welche die Spürkraft der Hunde durch Beſtreichung mit einem ge⸗ wiſſen Fette irre führen; im letzten Verſe heißen dieſelben Alyveg; damit ſind offenbar die nach ihren langen Haaren benannten Ligures capillati, Aiyves ol Kouifrcr in den Alpes maritimae gemeint, durch deren Gebiet eine Heerſtraße nach Gallien führte; vgl. Strab. 4, 203; Dio Cass. 54, 24; Plin. H. N. 3, 5; Lucan. 1, 442. In ep. 21 wird ein Bad in den Pyrenäen erwähnt, das, früher unbekannt, durch Auguſtus Benutzung deſſelben zum größten Ruhm gelangen werde; ich vermuthe, daß damit Aquae Augustae oder Tarbellae, das heutige d'Acqs, gemeint ſei. Endlich gedenkt der Dichter ep. 45 eines jungen Landsmannes aus Lesbos, Seleukos, der fern vom Vaterland unter den äußerſten Iberern geſtorben ſei.— Hecker a. a. O. S. 322 ſagt, daß Krinagoras am Nil gewohnt habe; davon findet ſich nicht die geringſte Spur in ſeinen Gedichten. Noch iſt zu bemerken, daß Krinagoras mit dem griechiſchen Dichter Parthenius, der mit ihm zu gleicher Zeit in Rom lebte, in freund⸗ ſchaftlichen Beziehungen geſtanden zu haben ſcheint; denn das Etym. M. u. d. W.&ꝓꝓαι„ führt einen Pentameter aus dem Krina goras des Parthenius an; dazu bemerkt Jacobs in dem Catalogus poetarum p. 878: quid sit Parthenii Crinagoras, cum


