Aufsatz 
Einige Bemerkungen über die Prüfung der intellectuellen und sittlichen Anlagen der Jugend, welche in öffentlichen Schulen statt finden kann / Friedrich Karl Rumpf
Entstehung
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Ausbildung bald ſchneler fortſchreiter, bald ſtill zu ſtehen ſcheint u. ſ. w. Dieſen Weg koͤnnen Aeltern, welche Muße, Jaͤhig⸗ keit und Neigung zur Beobachenng haben, am ſicherſten und leichteſten waͤhlen. Wer ferner zwar nicht vom erſten Anſang an das intereſſanke Schauſpiel der ſinfenweiſen Entwickelung der menſchlichen Anlagen verfolgen kann, aber doch den Zoͤg⸗ ling von dem Augenblick an, wo er ſeiner Leitung anvertraut wird, bei allen Handlungen und in allen Verhaͤltniſſen zu pru⸗ fen Gelegenheit hat, wie der Privaterzieher, der wird durch die mannigſaltigen Mittel, die ihm zu Gebot ſtehen, die Fäͤhig⸗ keiten des Kindes uͤberhaupt, ihr Verhäͤltniß zu einander, ihren Umfang, ihre Staͤrke zu entdecken ſuchen, und erſt dann be⸗ ſtimmen, mit welchen Kenntniſſen jetzt ſchon, mir welchen ſpaͤterhin, mit welchen gar nicht er den Knaben beſchaͤftigen durfe, und ſeine Methode nach dieſen Beobachtungen waͤhlen; er wird vielleicht An⸗ fangs ſeinem Zoͤgling groͤßere Freiheit geſtatten, um die moraliſchen Maͤngel und Vorzuͤge deſſelben genauer wuͤrdigen zu koͤnnen, und nach dieſer Pruͤfung ſeine Behandlung einrichten, und hierauf den Effect ſeines Plans und die weitere Ausbildung der Anlagen des Geiſtes und Herzens bei ſeinem Zögling beobachten. Zu der Zeit hingegen, wo die Beobachtung des Lehrers der Schu⸗ le anfaͤngt, ſind ſchon mehrere Kraͤfte thaͤtig und haben groͤß⸗ rentheils ſchon eine beſtimmte Richtung genommen, daß er al⸗ ſo den erſtern Weg unmöͤglich wählen kann, und dem letztern muß er ſchon deßwegen entſagen, weil die Wahl der Beſchaͤfti⸗ gung nicht von ihm abhaͤngt, ſondern durch den Plan der Schule beſtimmt wird. Bei allen oͤffentlichen Schulen iſt zwar die zweckmaͤßige Einrichtung getroffen, daß bei der Auf⸗ nahme eines Schuͤlers eine vorlaͤuſige Pruͤfung vorgenommen wird um die Klaſſe und Ordnung zu beſtimmen, welche dem Ankömmling auzuweiſen iſt: aber man ſieht leicht, daß dieſe von der hier gemeinten wohl zu. unterſcheiden iſt. Eben ſo 6429 wenig