Aufsatz 
Einige Bemerkungen über die Prüfung der intellectuellen und sittlichen Anlagen der Jugend, welche in öffentlichen Schulen statt finden kann / Friedrich Karl Rumpf
Entstehung
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und gewiſſermaßen das Auffinden einer eigenen Methode zur Erreichung des vorgeſteckten Zieles dabei nothwendig wird, zei⸗ gen bald welchen die Natur oder die haͤuslichen Verhaͤltniſſe beſſer beguͤnſtigen. Daher die Erſcheinung um gerade dieſes Beiſpiel zu waͤhlen daß Juͤnglinge, welche die grammati⸗ ſchen Regeln einer Sprache vollkommen inne haben, deren Ge⸗ dächtniß ſchon einen reichen Vorrath von Ausdrucken aufbe⸗ wahrt, die ſich von allen Conſtructionen Rechenſchaft geben können, demungeachtet den Geiſt eines Schriftſtellers, oder den Genius der Sprache nie faſſen und bei dem Ueberſetzen aus der einen Sprache in die andere die abſurdeſten Fehler begehen; andere dagegen, welche den erſtern in den genannten Fertig⸗ keiten weit nachſtehen, dieſem hoͤheren, aͤdleren Ziele des Sprach⸗ ſtudiums naͤher kommen und groͤßeren Gewinn davon ziehen. Deßwegen macht oft auch derjenige, welchem Anfangs die uͤbri⸗ gen zuvoreilten, der uͤberall anſtieß, weil das, was er auch wußte, ihm nicht deutlich und anſchaulich gemacht worden war, wenn ihm allmaͤhlich denn in einer öͤffentlichen Schule, wo wegen Einem nicht die groͤßere Zahl vernachlaͤſſiget werden darf, kann dieß nicht ſo ſchnell wie bei dem Privatunterricht geſchehen die Dunkelheiten aufgehellt worden ſind und er die Hinderniſſe, welche ihn bisher aufhielten, uͤberwunden hat, deſto groͤßere Fortſchritte und laͤßt nun die andern zuruͤck. Das Verfahren endlich, welches der Lehrer einer Schule bei der Pruͤfung der Jugend anwenden kann, um ein ſicheres Rieſultat zu erhalten, iſt von der Mechode, welche fuͤr Ael⸗ tern und Privaterzieher die zweckmaͤßigſte ſcheint, ganz verſchie⸗ den. Wer einen Menſchen ſo genau als moͤglich kennen ler⸗ nen will, wird dieſe Abſicht am beſten erreichen, wenn er von den erſten Jahren des Lebens an beobachtet, wie eine Kraft der Seele nach der andern ſich entfaltet, aus welchen lürſachen 85 Jus⸗

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