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Lehrer gefaßt bat und mehr an die Schule gewoͤhne iſt, durch ſeinen niedergeſchlagenen Blick, ſeine Verlegenheit und Ver⸗ aͤnderung der Miene bei einer Unterſuchung und ernſten An⸗ rede, ſich wenig von dem Tuͤckiſchen und Strafbaren unterſchei⸗ der: ſo wird gewöhnlich ſchon der Ton der Stimme und ſein uͤbriges Betragen ihn vor dieſem Verdachte ſchuͤtzen und auf einen andern Erklärungsgrund dieſer aͤuſſern Zeichen hinweiſen. Wie deutlich offenbart ſich nicht auch der Charakter des Kna⸗ ben in ſeinen Fragen, Antworten und Ureheilen, und in den Grundſaͤtzen, womit er etwas zu beweiſen, oder zu rechtferti⸗ gen ſucht— weil er die Folgerungen nicht vorausſehen kann, welche fich daraus herleiten laſſen, und noch weniger zu beur⸗ theilen weiß, wie ſeine Bemerkungen muͤßten eingerichtet ſeyn, wenn ſie dem Charakter, den er gern behaupten moͤchte, ent⸗ ſprechen ſollten!— Wenn ferner der Lehrer nicht den ganzen Schauplatz der Thaͤtigkeit ſeiner Zoͤglinge uͤberſieht; ſo bieten ihm dagegen die mannigfaltigen Beruͤhrungspuncte derſelben mit ihren Mitſchuͤlern, ihre Freundſchaften und Feindſchaften, ihre Zwiſte, ihr Neid und Wetteiſer reichlichen Stoff zur Beobachtung dar. Vieles wird zwar dem Lehrer wegen der Menge entgehen, *woraus es denn leicht begreiflich wird, warum Schuͤler, wel⸗ che auf einer Ordnnng alle Klaſſen mit einander durchwander⸗
* Mu und alle Aeuſſerungen der moraliſchen und geiſtigen Kraͤfte Jihzres Rivalen beobachteten— einander oft richtiger beurtheilen
* und würdigen, als es der Lehrer vermag. Indeſſen hat dieſer doch ſeihſt vor den Aektern und dem Privaterzieher den Vor⸗ theil voraus, daß in dem Betragen der Schuler gegen einan⸗
der ihre moraliſchen Anlagen theils offener und freier ſich aͤuſſern, theils mehr in ibrem natürlichen Zuſtand erſcheinen als in der Spbaͤre des haͤnelichen Lebens. Denn ihre Abhaͤngigkeit von manchen Petſonen, die Vorrechte die ihnen uͤber andere ge⸗ ſtattet werden, die Furcht vor einer Anklage dieſer Perſon,
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