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Oednung der Begriffe u. ſ. f.* ins Licht geſtellt werden, wuͤr⸗ de der Beobachtungsgeiſt der Schuͤler geſchaͤrft, und ſie wuͤrden nach und nach den Genius beider Sprachen beſſer und leich⸗ ter auffaſſen lernen. Daß das jedesmahlige Maaß der Faͤhig⸗ keiten und Kenntuiſſe der Lernenden, verſchiedene Modiſicatio⸗ nen bei dieſer Vergleichung nochwendig mache, iſt gewiß; aber eben ſo gewiß daß ſie nie, ſelbſt bei weniger geuͤbten nicht, ganz darf vernachlaͤſſiger werden, wenn die ſyntaktiſchen Regeln anders recht deutlich werden, und die genannten Vortheile nicht unbenutzt bleiben ſollen. b
Am ergiebigſten ſuͤr die Ausbildung und Selbſtthäͤtigkeit des Geiſtes iſt die Interpretation. Das erſte Erforderniß derſelben, bei den ſogenannten ſtatariſchen Lektionen, wenn ſie ihrer Abſicht entſprechen ſoll, iſt nun wohl, daß man genau die Gruͤnde angebe oder ſich angeben laſſe, warum ſo und nicht anders zu uͤberſetzen ſey, in welcher Beziehung, und in wel⸗ chem Verhaͤltniß zum Sinn des ganzen Satzes, jedes Wort ſtehe. Beſonders ſollte man, z. B. beim Griechiſchen, nicht vergeſſen, die Bedeurung der Parrikeln beſtimmt anzugeben, weil, ohne eine genaue Bekanntſchaft mit ihnen, keine deutliche Einſicht in den Ban und die Feinheiten der Sprache erlangt wird. Auch hierinn verfaͤllt man zwar oft auf Subtilitaͤten; allein oͤfters hat man doch in dieſem Punkt Urſache, eher uͤber Mangel als Ueberfluß zu klagen. Dann iſt auch unvollſtaͤn⸗ dige Sprachkenntniß nicht der einzige Schaden, welcher aus die⸗ ſer Nachlaͤſſigkeit zu enrſtehen pffegt. Man kann ſich dabei nur gar zu leicht an Oberflaͤchlichkeit uͤberhaupt, und beſonders daran gewoͤhnen, daß man eine Stelle worinn nicht alles deut⸗ lich iſt, als eine änbedentende Kleinigkeit uͤberhuͤpft, welche
ſchaͤd⸗
* S. Herders Ideen zur Philoſophie der Geſchichte der Seid 7. 859. Abſähn. 9h ch Menſchheit


