Aufsatz 
Beitrag zur Beantwortung der Frage: wie kann bei dem Unterricht in fremden Sprachen das Selbstdenken befördert werden? / Friedrich Karl Rumpf
Entstehung
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deſſen moͤchte ich daraus nicht ſolgern, daß man die Ingend mit der Erlernung fremder, vorzuͤglich todter Sprachen ver⸗ ſchonen muͤſſe.* Nur die Pflicht fuͤr den Lehrer folgt daraus, dieſen Nachtheil zu verhuͤten. Hierzu bieten ſich ihm auch verſchiedene Mittel dar. Hat er mehrere zugleich zu unter⸗ richten im entgegengeſetzten Fall kann auch das erwaͤhnte Hinderniß nicht leicht Statt finden ſo darf er nur zuwei⸗ len, auſſer der Reihe, dieſen oder jenen auffordern, ſortzufahren, und die ununterbrochene Aufmerkſamkeit, wird meiſtentheils er⸗ balten werden, weil keiner einen Augenblick vor der Frage ſicher iſt. Es entgeht mir zwar nicht, daß hierdurch bei man⸗ chen gerade das kann befoͤrdert werden, was man vermeiden will. Denn, wenn der Schuͤler, welcher z. B. eine Stelle überſetzt, oder ein Zeitwort flektirt, auf einmahl einhalten muß, weil der andere fortfahren ſoll; ſo iſt dies fuͤr den erſten aller⸗ dings eine Veranlaſſung zur Zerſtreuung und hindert die zu⸗ ſammenhaͤngende Aufmerkſamkeit. Allein den Geſichtspunct ab⸗ gerechnet, aus welchem ſelbſt dieſe Unterbrechung wieder nuͤtz⸗ lich ſeyn kann, ſo kommt dieſer Nachtheil bei Einem, gegen den daraus entſtehenden Vortheil bei der groͤſſeren Anzahl, kaum in Betrachtung. Je laͤnger auch der Schuͤler an an⸗ haltende Auſmerkſomkeit gewöhnt iſt, deſto ſeltener wird dieſe Maaßregel noͤrhig ſeyn. Oft machen ſie, ſchon der lebhafte Vortrag des Lehrers denn nichts feſſelt die Aufmerkſam⸗ keit der Jagens beſſer als Lebhaftigkeit ſeine Sorgfalt, im⸗ mer eine Seite aufzuſuchen von welcher die Marcerie fuͤr den Knabenſinn intereſſant wird, und die beſtaͤndige Erhaltung der Ordnung, uͤberfluͤſſig und bringen den bezweckten Erfolg hervor.

Sobald es nicht gelingt dieſe letztere Eigenſchaft, das

. 2 n⸗ * S. die Gruͤnde fuͤr und wider dieſe Behauptung im 7t. Bde des Reviſionswerks.