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niſſen, darf hier die Rede ſeyn. Dieſe nenne ich daher hier zuerſt, nebſt den Mitteln, die man etwa dagegen gebrauchen koͤnnte; laſſe dann einige allgemeinen Vorſchlaͤge folgen, wie das Selbſtdenken poſitiv koͤnne befördert werden, und fuͤge zu⸗ letzt noch einige Bemerkungen hinzu, uͤber die Methode, die man bei den einzelnen Theilen, in welche ſich der Sprachun⸗
terricht zerlegen laͤßt, zur Erreichung des gedachten Zwecks an⸗ zuwenden haͤtte.
Zerſtreuung, odor oͤfteres Abſpringen der Aufmertſam⸗ keit von einem Gegenſtand auf den andern, hindert am mei⸗ ſten das gründliche, zuſammenhaͤngende Denken, und kann alſo auch dem Selbſtdenken nicht anders als nachtheilig ſeyn. Die⸗ ſes Herumſchweifen der Aufmerkſamkeit von einem Object auf das andere, entſteht zwar groͤßtentheils aus einer zu lebhaften Phantaſie; oͤfters aber auch daraus, daß der fluͤchtige Knabe den Unterricht nicht intereſſant genug finder. Was kann aber an und fuͤr ſich trockener, und weniger intereſſant fuͤr das jugend⸗ liche Alter ſeyn, als eine fremde todte Sprache? Naturlich daß daher der Schuͤler, ſobald er nur kann, Flexion, Conſtruction u. ſ. w. vergißt, und bei ihm reizendern Vorſtellungen verweilt? Wird nun dieſer Zerſtreuung nicht fruͤhe vorgebeugt, wird ſie einmahl zur Gewohnheit; ſo muͤſſen nothwendig die nachtheilig⸗ ſten Folgen fuͤr den Verſtand daraus entſtehen. Denn es iſt ja bekannt, wie ſchwer ſich, auch in reiferen Jahren, die fruͤhe angenommene Nichtung des Geiſtes, wieder ablegen laͤßt. Und wenn man die Geſchichte der fruͤheren Jugend und der Erzie⸗ hung mancher Perſonen wuͤßte; ſo wuͤrde man es ſich gar leicht erklaͤren koͤnnen, woher es komme, daß ſie nur mit halber Auf⸗ merkſamkeit, bei dem, was ſie leſen oder was ihnen vorgetragen wird, verweilen, oder warum ſie, immer mit etwas anders beſchoͤfrigt, oft gar nicht wiſſen, was ſie leſen oder hoͤren. d
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