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nicht ſcharf genug ins Auge gefaßt zu haben; weil der Einfluß der erſtern zwar nur mittelbar, aber dem ohngeachtet ſehr wirk⸗ ſam iſt, und die letzteren, gerade hier, mit vorzuͤglicher Staͤrke ſich aͤuſſern. Abſichtlich uͤbergehe ich dagegen manches andere, das ich haͤtte anfuͤhren muͤſſen, wenn ich eine vollſtaͤndige Me⸗ thode des Sprachunterrichts haͤtte entwerfen, oder auch nur zei⸗ gen wollen, wie man eine fremde Sprache am kuͤrzeſten und leichteſten erlernen koͤnne, unbekuͤmmert, ob die Geiſtesbildung im Ganzen dabei gedeihe oder nicht.
Jedes Mittel, deſſen man ſich bedient, um einen beſtimm⸗ ten Zweck zu erreichen, wird ſo lange fruchtlos bleiben, als gewiſſe Hinderniſſe, die demſelben im Wege ſtehen, nicht hin⸗ weggeraͤumt ſind. Die erſte Frage, die daher erwaͤgt zu werden verdient, wenn von Befoͤrderung des Selbſtdenkens die Rede iſt, iſt dieſe: was fuͤr Hinderniſſe demſelben im Wege ſtehen?— Dieſe ſind theils innere, welche in der Natur des Menſchen uͤberhaupt, oder in den urſpruͤnglichen Anlagen Einzelner, ge⸗ gruͤndet ſind*; theils aͤuſſere, welche in der Erziehung, dem Umgang, der Lebensart u. ſ. f. eines Menſchen liegen. Die Erwaͤgung der erſtern ganz, und der letztern größtentheils, liegt auſſerhalb meiner Sphaͤre, weil ich nicht unterſuche, wie das Selbſtdenken im Allgemeinen, ſondern bloß wie es beim Sprach⸗ unterricht erweckt und erleichtert werden koͤnne, Alſo nur von den, bei dieſem einzelnen Gegenſtande eintrettenden Hinder⸗
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* e in ſeiner Preisſchrift: ie Hinderniſſe des Selbſtden⸗ 4 Wien in Deutſchland. Ouif. eher, dle Hinhenn iſed Se Theil :t. Abſchn§. 26-41]; allein die Seelenlehre, die Erfahrung und
Analogie— auf welche letzteren er ſich beruft— ſind fuͤr die obi⸗ ge Behauptung. Da aber keiner der folgenden Saͤtze dadurch ge⸗
ſchwaͤcht oder beſtaͤttiat wird, ob es innere Hinderniſſe des Selbſt⸗ denkens gebe oder nicht; ſo kann ich mich hier nicht weiter dar⸗
auf einlaſſen.


