Aufsatz 
Einige Bemerkungen zur ältern Geschichte des Ackerbaues in Teutschland / Johann Ernst Christian Schmidt
Entstehung
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44* dire Slaven ſelbſt einen Theil ihrer Abgaben in Flachs bezah⸗

len*): ſoll dieſes zuſſammen genommen es nicht wahrſcheinli⸗ cher machen, daß unſer Flachshau von den Slaven ſtammit?*)

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Ich komme von dieſen Vermuthungen wieder auf die Ge⸗ ſchichte des tentſchen Landbaues. A

Dieſelbe Jeir, oͤle wegen der Zerſtrenung der Slaven in dieſer Geſchichte Epoche machen muß, macht ſie zugleich auch in anderer Hinſicht. Ohne Anbauer lagen die verwuͤſteten Län⸗ der nach der Unterjochung, oder vielmehr Bernichtung der Sltaven da. Die Furſten, die doch Unterthanen bedurften, ruften jetzt viele Hollaͤnder und Flamaͤnder nach Teutſchland.

Nicht blos in die Länder zwiſchen dem Niederrhein und der

Elbe, ſondern bis nach der Priegnitz und Mictelmark, bis nach Oberſachſen und der Lauſitz wurden Niederlaͤnder gezogen. Selbſt ſlaviſche Fuͤrſten nahmen ſie auf, und es finden ſich daher bis in Pommern ſogenannte Hollaͤndereyen.*.*)

C Dies *) Flelmold. I. 1z. Dabatur antem Pontifici annuum de omni Wagi- rotum ſiue Obotritarum terra tributum, quod ſeilicet pro deci-

ma imputabatur: de quolibet aratro menfura grani& uadragiu- ta reſticuli lim& duodecim nummi puci argenti.

**) Vielleicht bekamen ſchon die aͤtteſten Teutſchen ihr Leinen von den Slaven. Tacit. German. 17. Feminae fuepius lineis amadi. bus velantur, cosque purpura varianc.

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*) S. Fiſchers Geſchichte des keutſchen Handels. Th. 1. S. 474. ff.