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Volk ſeyn, dem wir ſo unendlich viel verdanken, auf deſſen Unglück ſich unſer Gluͤck gruͤndete. Allein dies wird den Ge⸗ ſchichtsforſcher nicht abhalten drfen, die Wahrheit zu geſtehen, ſollte ſie auch das nachtheiligſte Licht auf ſeine Vorfahren wer⸗ fen. Vielmehr wird er es ſür Pflicht anſehen müſſen, wenigſtens durch Anerkennung der Verdienſte jenes Volks, ihm den Dank abzuſtatten, der allein in den Kraͤften des ſpaͤten Nach⸗ koͤmmlings ſteht. 3
Allein ſchwer und muͤhſam iſt das Geſchaͤfte den Einfluß der Slaven auf den teutſchen Landbau naͤher zu beſtimmen, weil ſich in den alten Schriftſtellern nur ſehr ſeltene und dabey hoͤchſt duͤrſtige Nachrichten finden. Oft wird vielleiche die Sprache noch auf eine wahrſcheinliche Vermuchung fuhren konnen; allein hierzu wird eine vollſtaͤndige Kenntniß der ſiavi⸗ ſchen Sprache erfodert, die wegen der vielen Dialekte aͤuſſerſt ſchwer zu erwerben iſt. Einige ſolcher Vermuthungen auf die Sprache gegruͤndet, will ich zur Probe herſetzen.
Der Pflug iſt unſtreitig von irgend einer benachbarten Nation zu den Teutſchen gekommen. Der aͤlteſte teutſche Pflug iſt auch derſelbe, der den alten Griechen und Roͤmern bekannt war,*) und alſo gewiß keine teutſche Erfindung, die ſich auch von einem Volke, das ſich nur mit Krieg und Jagd beſchaͤfrigee, nicht erwarten ließ. Welches Bolt ihn aber zu den Teutſchen brachte: wer will dies entſcheiden, wenn alle Ge⸗ ſchichte ſchweigt? Hier laͤßt ſich noch erwas aus der Sprache vermuthen. Der Namen des Pflugs iſt nicht teutſchen Ur⸗ ſprungs; wenigſtens bieter die alre keutſche Sprache kein paſ⸗ ſendes Stammwort dar. Nun finden wir dieſen Namen bey
*) S. v. Springers Betrachtungen, teutſchen Patrioten heilig⸗
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