Aufsatz 
Einige Bemerkungen zur ältern Geschichte des Ackerbaues in Teutschland / Johann Ernst Christian Schmidt
Entstehung
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wenige blieben in ihrem Mutterlande und erhielten die haͤreeſte Knechtſchaft von ihren Siegern. Entvoͤlkert und veroͤdet ſtan⸗ den faſt alle Provinzen des nördlichen Teutſchlands, wo nur Slaven gewohnt hatten. Heinrich der Loͤwe und Albrecht der Baͤr waren es vorzüglich, denen die Slaven dieſes Loos ver⸗ dankten.*) a 3

Jetzt kamen nun die Slaven in die engſte Verbindung mit Teutſchland, um auf ſeinen Landbau wirken zu koͤnnen. Der Teutſche, der noch immer verachtend auf den Landbau herabſah und ihn den Colonis, Lidis und Seruis uͤberließ, be⸗ kam ſetzt Slaviſche Sklaven in Menge, denen wahrſcheinlich an vielen Orten auch Caſae, und Grundſtuͤcke zum Anbau, uͤber⸗ geben wurden.. 4

So konnten die Slaven jetzt die wichtigſten Veraͤnderun⸗ gen im Landbau hervorbringen. Ich zweifle auch nicht, daß einſt, wenn die Geſchichte des teutſchen Landbau mehr aufge⸗ klaͤrt iſt, der Geſchichtsſchreiber in dieſer Zerſtreuung der Sla⸗ ven eine neue Epoche finden werde.**)

Traurig wird alsdann freylich die Ruͤckerinnerung mn dee 1.. 4 0 *) Beweisſtellen hier anzufuͤhren, kann in dieſer Gelegenheitsſchrift um ſo weniger geſchehen, da die Geſchichte der Slaven hier nicht Zweck iſt. Die noͤthigſten findet man ſchon in Fiſchers Geſchichte des teutſchen Handels, Th. I. obgleich die dort angefuͤhrten, noch ſehr betraͤchtlich vermehrt werden koͤnnten.

**) Ich erinnere mich geleſen zu haben, daß ſelbſt in der Schwei ſlavl⸗· ſche Namen von Doͤrfern vorkommen, kann aber die Quelle jetzt nicht nachweiſen.