Aufsatz 
Einige Bemerkungen über den Inhalt und Plan des 7ten Kapitels des Briefs Pauli an die Römer / Johann Georg Friedrich Leun
Entstehung
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3 nig zur Veredelung des moraliſchen Sinns rhun konnte, frey ſey, und preißt die Wohlrhar Gortes, der die Lehre Jeſu an die Stelle der moſaiſchen Religion ſetzen wollte. Vs 1-6.

Da nun Paulus das moraliſche Verhalten der bisherigen Juden mit der Tugend verglichen, welche Jeſus und ſeine Apo⸗ ſtel auf die Erde pflanzen wollten, als wahre aſterhaftigkeit vorgeſtellt und dabey immer von der Unvollkommenheit des mo⸗ ſaiſchen Geſetzes zur ſittlichen Bildung der Juden geſprochen hatte, ſo konnte dieſes leicht ſo verſtanden werden, als klage er das Geſetz der Ifraeliten als die Urſache der Laſterhaftigkeir an, welches er daher Vs 7. dadurch abzulehnen fuͤr noͤthig fin⸗ der, daß das Geſetz vielmehr den Menſchen ſage, was Suͤnde ſey und ſogar die boͤſen Begierden als ſuͤndlich vorſtelle, um die Menſchen, ſoviel als moͤglich, vor dem Laſter zu verwahren. Mit dem 8ten Vs faͤnge Paulus an zu zeigen, wie man ſich's zu erklaͤren habe, daß, ungeachter die Juden ein göttliches Ge⸗ ſetz hatten, welches das Boͤſe in Geſinnungen und Handlun⸗ gen verbot, und dem alſo(Ws 12.) Heiligkeit und Wohltha⸗ rigkeit fuͤr die Menſchen, denen es gegeben war, nicht abgeſpro⸗ chen konnte, ſie nicht nur ſo weit von aͤchter reiner Tu⸗ gend entfernt, ſondern einem ſo groſſen Theil noch laſterhaft waren. Statt dieſes dem Geſetz ſchuld zu geben, ſchreibt er es auf die Rechnung der hier perſonificirten aaer, d. h. der bey den Juden durch Gewohnheit herrſchendgewordenen Neigung zum Boͤſen. S. Herrn D. Eckermann's theol. Beytraͤge St. 3. S. 109. 110. Dieſe, ſtatt durch das göttliche Geſetz zuraͤckgehalten zu werden, nahm vielmehr durch daſſelbe Ver⸗ anlaſſung(Bs 8. Tr.) boͤſe Begierden in den Herzen derer zu erregen, welche durch das Geſetz vor dem Boͤſen verwahrt wer⸗ den ſollten. Es ſcheint, als ſey dieſe Suͤnde(welche man als G A 3 durch