12==Ne.
A. Du fragſt? du der Vertrante meiner verwegenen Handlung? O moͤcht' es doch niemals dem Phormio in den Sinn ge⸗ kommen ſeyn, mir ſo was zu rathen; ach! daß er mich im Feuer der Leidenſchaft nicht zu dem Schritte verleitet haͤtte, der die Quelle meines ganzen Mißgeſchicks iſt! Ich haͤtte ſie ſo nicht bekommen; das wuͤrde mich auf ein paar Tage ge⸗ ſchmerzt haben; aber dafuͤr wuͤrde dieſer unablaͤſſige Kummer mich nicht aͤngſtigen....
P.(*) Hör' Einer nur!
A. Waͤhrend ich voller Erwartung bin, wie bald der kommen moͤge, der dieſen Umgang mir entreißen wird.
P. Andre befinden ſich uͤbel, weil der Gegenſtand ihrer Liebe ihnen fehlt; du haͤrmſt dich, weil du ihn im Uebermaaſe haſt. Bey dir, Antipho, herrſcht die Saͤttigung der Liebe. Denn wahrlich! ſo ein Leben, wie das Deinige, iſt, was man nur Wuͤnſchenswerthes nennen kann. Ja, bey allen Goͤttern ſchwoͤr' ich dir's, koͤnnt' ich den Genuß meiner Liebe ſo lan⸗ ge haben, mein Leben wuͤrd' ich gern dafuͤr hingeben. Den⸗ ke dir nun das Uebrige hinzu, wie ich bey meinem Mangel mich befinden muß, und du im Gegentheile dich bey deinem Ueberfluſſe! Davon nichts zu gedenken, daß du ohne den ge⸗ ringſten Auſwand ein(**) freygebohrnes, wohlerzogenes Maͤdchen bekommen haſt, daß du Ehemann geworden biſt, ohne deinen Ruf im mindeſten zu verletzen, was du dir im⸗ mer wünſchteſt. Kurz, du haſt alles, was zum vollkomme⸗ nen Gluͤcke gehoͤrt, nur Eins ſehlt dir, die Kunſt, es mit Zufriedenheit zu tragen. Du ſollteſt einmal mit ſo einem Kuppler, wie ich, zu thun haben, dann wuͤrdeſt du es em⸗
pfinden.
(*) Die Fweybr. ſagen dabey: Indignantis ſ. irridentis. Offenbar
das Letzte. Audio(heißt es beym Donat) per ανεια dieitur modo a contemnente dictum Antiphonis..
(**) Hoc(ingen.) natalium„ illud Cuberal.) morum eſt. Don.


