Aufsatz 
Probe einer neuen Übersetzung von Terenzens Lustspielen / Johann Friedrich Roos
Entstehung
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In Anſehung des Textes bin ich vorzüglich der Zwei⸗ brücker Ausgabe gefolgt. Wo ich von ihr, entweder in der Lesart, oder in der Erklaͤrung, abgehe, uͤberhaupt, wo ich et⸗ was Bemerkenswerthes gefunden zu haben glaube, ſteht eine kurze Note unter der Ueberſetzung; ohngefaͤhr wie diejenigen, welche meinem verdeutſchten Horaz angehaͤngt ſind.

Lange war ich uͤberzeugt, daß eine metriſche Ueberſetzung des Terenz ihr Gluͤck nicht machen wuͤrde, als mir eine Re⸗ cenſion in der Allgemeinen deutſchen Bibliothek(*) in die Haͤnde fiel, die mich in dieſer Meynung immer mehr beſtaͤrkte. Eine Stelle daſelbſt iſt ſo gut geſagt, und harmonirt ſo ſehr mit meinen Ideen von einer beyfallswuͤrdigen Ueberſetzung des Terenz, daß ich mir das Vergnuͤgen nicht verſagen kann, ſie anzufuͤhren. 2* .» Iſt ſeine(Terenzens) Sprache darum poetiſcher, weil ſie in eine Art von Sylbenmaas eingerahmt iſt? oder ſcheint es nicht vielmehr, als habe er ſich der letztern nur bedient, um dem Herkommen auf der Buͤhne ein Genuͤge zu leiſten? Terenz bewegt ſich in ſeinem Sylbenmaaſe ſo frey, daß ſeine Sprache oft nichts weiter als eine numeroͤſe Proſe ſcheint; und uns duͤnkt, ein Aleberſetzer, welcher hier eine Ausnahme von der allgemeinen Regel machte, ſeinen Dichter in wohlklin⸗ gende Proſe aufloͤßte, den Dialog fleiſig bearbeitete und ruͤn⸗ dete, und mit einem Worte, ihm die ganze Eleganz des la⸗ teiniſchen Originals gaͤbe, wuͤrde dem Geſchmack vernuͤnfti⸗ ger Leſer weit mehr Genuͤge thun, als der, welcher ihn in einfoͤrmigen Jamben einherſchleichen oder ſtolpern ließe. 1

Mioöͤcht' ich ſo gluͤcklich ſeyn, die gerechten Forderungen dieſes Kenners einigermaſen zu befriedigen! ann is Teren⸗ (*) Band 111, St. 1I. die Beurtheilung des Kaſtraten vom Terenz

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nach Schmieders Ueberſetzung.