Aufsatz 
Probe einer neuen Übersetzung von Terenzens Lustspielen / Johann Friedrich Roos
Entstehung
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Me Ueberſetzung der Soraziſchen Oden hat bey den

Kunſtrichtern unſers Vaterlandes eine guͤtigere Auf⸗

nahme geſunden, als ich das wiſſen meine Freun⸗ de ihr vorher ſelbſt verſprach.(*) Deſtomehr war der Bey⸗ fall ſo vieler achtungswerthen Maͤnner mir die kraͤftigſte Er⸗ munterung, an einer aͤhnlichen Arbeit mich aufs Neue zu ver⸗ ſuchen. Ich waͤhlte dazu Terenzens Luſtſpiele; theils, weil dieſer Roͤmer ſruͤhzeitig einer von meinen ieblingsſchrifeſtellern war, theils, weil ich glaubte, das deutſche Gewand, womit man in dem letzten Decennium ihn verſchiedentlich auftreten ließ, ſey ſeiner nicht vollkommen wuͤrdig. Ihm ein beſſeres zu geben, war mein eifrigſtes Bemuͤhen; ob es mir gelungen iſt, daruͤber moͤcht' ich gern, ehe ich mit dem Ganzen hervorzutre⸗ ten wage, einſichtsvolle Maͤnner hoͤren. In dieſer Abſicht er⸗ ſcheint hier als Probe der Anfang des Phormio; mit der ge⸗ wiſſenhaften Verſicherung, daß jede Belehrung, jeder Wink zur Berichtigung meiner Fehler mir hoͤchſt willkommen ſeyn wird.

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(*) Keine Regel ohne Ausnahme! Ein undarmherziges Gericht ergieng uͤber mich in der Salzburger Literaturzeitung(vom 26ten Septbr. 1791.) durch einen Kritiker, der, ſoweit meine Vermuthungen rei⸗ chen, in der gefuͤrſteten Probſtey Berchtolsgaden zu ſuchen iſt.