Aufsatz 
Einige Bemerkungen über die Vortheile, welche die Erlernung der alten Sprachen der wissenschaftlichen Ausbildung des Geistes verschaffen / Johann Georg Friedrich Leun
Entstehung
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Man hat nun wohl, wenn von Erlernung der alten Spra⸗ chen auf Gymnaſien dit Rede iſt, auf folgende Art alles was fuͤr ſie ſo nachdruͤcklich ſpricht, zuſammenzunehmen. In gl⸗ le unſre Wiſſenſchaften iſt nun einmahl ſovieles von den Roͤ⸗ mern und Griechen eingefloſſen, daß wir die Sprachen derſel⸗ ben, um in dieſen Wiſſenſchaften fortzukommen, niche entbeh⸗ ren koͤnnen. Es laͤßt ſich dieſes nun einmahl wenigſtens vor der Hand nicht abaͤndern: wer ein eigentlicher Gelehrter heiſſen will, muß ſich das gefallen laſſen, darf ſich die Erlernung die⸗ ſer ausgeſtorbenen Sprachen nicht verdrieſſen laſſen. Aber man hat dieſes nun deswegen nicht als ein nothwendiges Uebel zu betrachten, und Gelehrte ſind deswegen nicht zu bedauern, weil ſie nicht an ihrer Mutterſprache genug haben duͤrfen. Ihr Geiſt ſordert eine eigne Bildung fuͤr die Wiſſenſchaften, und dieſe muͤſſen ſie freylich durch vielerley, hauprſaͤchlich aber auch durch gründliche Erlernung der Sprachen erlangen. Eine Spra⸗ che gruͤndlich zu erlernen, dazu ſchickt ſich in der Jugend, wo der Grund zu der wiſſenſchaftlichen Bildung gelegt werden muß, eine auslaͤndiſche vorzuͤglich gut, und weil in einer ausgeſtor⸗ benen gelehrten Sprache alles unveraͤnderlich feſtgeſetzt bleibt, dieſelbe um Muſter des Geſchmacks zu geben, am allervor⸗ theilhafteſten. Bey der Erlernung anderer Sprachen wird die Mutterſprache ſo wenig verabſaͤumt, daß ſie noch bey der be⸗ ſtaͤndig mit den ausländiſchen Sprachen angeſtellten Verglei⸗ chung ohne allen Zweifel gewinnt, und daß zu eignen Stunden fuͤr dieſelbe doch noch Zeit beym Schulunterricht uͤbrig gelaſſen werden kann. Ohne gruͤndliche Erlernung einer Sprache lernt ohnedieß niemand grundlich denken, und in der Jugend kann den Lehrlingen, welche einſt Gelehrte werden ſollen, kein wich⸗ eigerer Dienſt geleiſter werden, als wenn ihre Denkkraft recht erweckt, geuͤbt, geſtaͤrkt und vervollkomner wird.

Man bedenke doch, was man denn nun eitentlich fuͤr die & 3 Aus⸗