Aufsatz 
Einige Bemerkungen über eine Stelle aus Cicero's tusculanischen Untersuchungen, im I. Buche, 29. Cap / Friedrich Wilhelm Daniel Snell
Entstehung
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den Helden, welche den ehrenvollen Tod füͤr das Vaterland ſtarben, ſondern auch bei Künſtlern, Dichtern und ſo vielen andern Menſchenclaſſen den Wunſch zu einer laͤngern Forr⸗ dauer nach dem Tode laut genug zu erkennen gebe.(cap. 14. 15.) Daß nach den Lehren der Pythagoräͤer die Seele von viel feinerem und geiſtigerem Stoffe gebildet ſeyn muͤſſe, als der Koͤrper, und daß ſie alſo, nach der Trennung von den koͤrperlichen Banden, ſich zu hoͤhern Regionen ſchwingen wer⸗ de; wo ſie weit reiner und deutlicher als vorher die Wahrheit erkennen, und frei von allem, was ſie vorher an die groͤbere Sinnlichkeit band, ſich nun deſto gluͤcklicher ſchaͤzzen werde. (c. 17. 19. 20.) Daß nach Plato, die Seelen als Prin⸗ cipium der Bewegung in der Koͤrperwelt anzuſehen ſeyen, weil ſte ſich durch ihre eigne Kraft thaͤtig beweiſen: da aber die Koͤrper, nur durch iene Thaͤtigkeit der geiſtigen Weſen ihre Bewegung erhalten, ſo flieſe daraus, daß dieſe von ienen ſowohl in Anſehung ihres Urſprungs, als ihrer Fortdauer ganz unterſchieden ſeyen, und ewig exiſtiren muͤſſen(cap. 23.)() Endlich findet er einen vorzuͤglich ſtarken Beweis von der Un⸗ ſterblichkeit der Seele in ihren Anlagen zu immer weiterer Aus⸗ bildung, und in den Kraͤften des Gedaͤchtniſſes, der Erfin⸗ dungsgabe, des Verſtandes. Durch viele Beiſpiele von der ſortſchreitenden Cultur des menſchlichen Geſchlechts von den herrlichſten Erfindungen im gemeinen Leben und in Wiſſen⸗ ſchaften u. ſ. w. macht er die Wahrheit anſchaulich, daß die menſchliche Seele nicht durch ein Ohngefähr, nicht durch zu⸗ aͤllige Verbindung eoͤrperlicher Theile entſtanden ſeyn toͤnne, ſondern von Gort berkomme. Ihre Aehnlichkeit mit dem voll⸗ kommenſten Weſen, mit Gort, lehre uns auſſer ihrem Ur⸗ ſprung, auch ihr kuͤnftiges Schitſal, das ſie nicht mit der zer⸗ A ſtoͤhr⸗

(*) Somnium Seip. cap. 9.