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Muͤde von den unaufhörlichen Unruhen des Staats zog ſich Cicero in ſeinem Alter oͤfters auf ſein tuſculaniſches Land⸗ gut zuruͤk, und ſuchte dort in dem Umgange weniger Freunde und dem Studium der Philoſophie diejenige Beruhigung und Erheiterung, welche ihm in dieſen ſtuͤrmiſchen Zeiten ſo noͤthig war.(cap. 1⸗ 4.)— Die Frage, ob der Tod fuͤr ein Uibel zu halten ſey? draͤngte ſich ihm jezt mit ihrer ganzen Wich⸗ tigkeit vor die Seele. Er verſucht die Widerlegung derſelben auf eine zweifache Art, um die Vertheidiger dieſer traurigen Lehre deſto ſicherer zu uͤberzeugen, daß der Weiſe den Tod nicht fuͤrchten duͤrfe.
Zuerſt ſezt er den Fall, wenn mit dem Tode die Expiſtenz der Seele aufhoͤren ſollte, und ſucht(cap. 7. und 11.) zu zei⸗ gen, daß alsdenn die Toden nicht elend ſeyn koͤnnen, weil ſie den Verluſt des Lebens nicht empfinden. Dieſe vorlaͤufige Unterſuchung war damals nicht ſo uͤberfluͤßig, als zu unſerer
Zeit, wo die Wahrheit von der Unſterblichkeit der Seele durch die feſteſten Gruͤnde der Religion und Bernunft zur volligen Gewißheit gekommen iſt.
Auch Cicero verlaͤſt dieſen erſten Punkt gern, um ſich deſto weitlaͤuftiger bei dem zweiten aufzuhalten, wo er mit vie⸗ ler Waͤrme mancherlei Gruͤnde für die Unſterblichteit der See⸗ le vortraͤgt, und daraus den Schluß ziehet, daß der Tod nichts Fuͤrchterliches, ſondern etwas Angenehmes ſey.— Zuerſt zeigt er durch Beyſpiele, daß in der Geſchichte der aͤlteſten Boͤlker haͤufige Spuren von dieſem Glauben vorkommen, und daß kein Volk ſo roh geweſen, um nicht durch manche TCaͤre⸗ monien bei Begraͤbniſſen und andere religiöͤſe Anſtalten ſeine Hofnung auf ein kuͤnftiges Leben zu offenbahren(cap. 12. 13.)—
Daß das allgemeine Streben nach Nachruhm, nicht nur Gbe —. en


