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»Den Gedanken, die Empfindung, ereffend und mit Kraft, „Mit Wendung der Kühnheit zu ſagen,“— in eigenen dazu beſtimmten Stunden zu lehren. Mit dem Studium der Grammatit verbindet, kuͤnftige Prediger, Lectuͤre; leſet die unſterblichen Werke der teutſchen Claſſiker. Ein Gellert, Leſſing, Geßner, Wieland, Blopſtock, Moͤſer, Weiſe, Engel und andere dergleichen Archonten der ſchoͤnen Geiſter teutſcher Nation ſind zur Gnuge bekannt. Leſet ſie raſtlos und mit allſtetem Hinhaͤften euerer ganzen Aufmertſam⸗ keit— auf ihre Art zu denken und Gedanken auszudruͤcken, auf die Verkettung ihrer Gedanken⸗ und Ideenreihe, auf ihre getreue Befolgſamkeit des Ganges der Natur, auf ihre trefli⸗ che Schilderung und Darſtellung der menſchlichen Character, Situationen und Schickſale, und wie ſo fort die mannigfalti⸗ gen Schaͤtzearten alle heiſſen moͤgen, die in dieſen Schriften des Vaterlandes ſtrahlen. Nicht einmalige Lectuͤre langt hin, ihren Werth ſchaͤtzen zu lernen, ihren Geiſt zu athmen. Wie⸗ derholung verintereſſirt ſich, wenn irgendwo, hier unendlich. Je mehr du ſie lieſeſt, um ſo mehr entfalten ſich dir ihre reizen⸗ den Schoͤnheiten; und überhaupt, ihre Lectuͤre, zum Beweiſe
ihrer Vollhaltigkeit— decies repetita placebit. 1
Bei dieſer Gelegenheit kann ich nicht umhin, vor der wie Zeit ſo Seelen verderbenden Romanenlectüre, die jetzt auch ſo⸗ gar dem gemeinen Manne ſeine natuͤrliche Kraft und Mann⸗ heit zu ſchwaͤchen beginnt, zu warnen. In ſußer Empfindelei⸗ Sprache bewandert zu werden; zu ſchmachten; zu faßeln; zuu ſigwartiſiren; dem lieben keuſchen Silbermonde ſeine Seufzer aufzuſchicken; ja, wenn dieß noch alles waͤre— auch Gift einzuſaugen: dazu die meiſten t unſerer Romane, die, ſtatt in
C 2 die t Die meiſten, ſage ich. Warum koͤnnte nicht hie und da einer, der Mark hat, fuͤr ſeltene Ausnahme gelten?


