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werth,— wiewol unter'm Monde nicht erreichbar— daß je⸗ der Religionslehrer zugleich ſelbſt von der Kraft der Religion durchdrungen ſeyn moͤchte! Einem, der dieſes iſt, wird es ei⸗ gentlich Natur und wie in ſein Innerſtes gewebt ſeyn, zu ruͤhren— und das nicht etwa auf wenige Augenblicke nur oder Stunden. Stelle ich mir einen Prediger vor, der, in⸗ deß er eine chriſtliche, Engeln ſchickliche Tugend abhandelt, ſie mir mit einer Herzensberedſamkeit ſchildert, woran ich erken⸗ ne, es iſt nicht einzig durch Lectuͤre entlehnte Beredſamkeit; der Mann iſt ſelbſt von dem Reize und dem Gluͤcke der Tu⸗ gend beſeelt: wird ein ſolcher nicht leicht meiner Seele glei⸗ ches Feuer, gleiche Waͤrme mittheilen? Es wird ihr dieß ei⸗ nen weit groͤßeren, maͤchtigeren Schwung geben, als wenn ihr eben jene Tugend von einem Nichtſelbſiausuͤber p eingepraͤgt werden ſoll, von einem kalten Bewunderer, wo er anders noch Bewunderer iſt und nicht bloß ſein eitel Gedaͤchtnißwerk, dem er kaum ſelbſt Glauben beimißt, mit einer gewiſſen circulatori⸗ ſchen Impudenz feil hat. 1. Petr. 5, 2. 3.
Der Menſchenfreund iſt, wenn irgend einer, Meiſter uͤber das Herz, das man fuͤr Religion und Tugend geſtimmt wuͤnſchet. Demoſthenes, um ſo mehr er Buͤrger⸗ und Va⸗ terlandsfreund war, um ſo viel taugſamer und feuriger konnte er in ſeinen philippiſchen Reden den Athenern zurufen, nicht unbehutſam dem Koͤnige Macedoniens zu trauen.
*» Mancher aber doch, deſſen eigene Rechtſchaffenheit nicht das
pP Püniuf, panegyrici cap. XLl.—— melius homines exemplis docen- tur, quae in primis hoc in ſe boni habent, quod approbant, quae praecipiunt, fieri poſſe. Daher ierowmus ad Nepotianum: Non confundant opera fermonem tuum; ne, qunm in eccleſia loqueris, tacitus quilibet reſpondeat: cur ergo laec, quae dicis, IESE uou facis?— Man kann hiermit auch vergleichen Seneca's ſechſten Brief in der zweiten Haͤlfte. 7


