15 auf dieienigen, welche andre berauben, ſo haͤufige Ausfaͤlle thur, 2uf deeeh ſeine eignen Vorſchriften ſo ſchlecht beſolgte. Ohngeachtet ihn alſo Caͤſar von der Anklage frey ſprach, ſo hatte er ſich doch in ſeinem eignen Buche in eigentlichen Ver⸗ ſtande an den Pranger geſtellt.“
Man ſieht, es ſind harte, und fuͤr einen Mann, der in ſeinen Schriften uͤberall eine ſo auſtere Tugend affectirt und predigt, ſehr entehrende Vorwuͤrfe, die dem Salluſt hier recht ſtark und mit vieler Indignation gemacht werden. Ich weiß wohl, daß Dio Kaſſius mit einem Thucydides, einem Ne⸗ nophon und Polhbius nicht in einer Claſſe ſteht; ich weiß es, daß ſeine Glaubwuüͤrdigkeit nicht uͤberall ganz unverdaͤchtig iſt; und beſonders, daß er von einer etwas zu weitgetriebenen Tadelſucht auch andrer hervorſtechenden Maͤnner, eines Cicero, eines Seneca, die indeſſen doch auch ihre Schwaͤchen hatten, nicht ganz freyzuſprechen iſt. Aber auf der andern Seite kann ich doch auch nicht finden, was ein Geſchichtſchreiber, deſſen Zeit in das zweyte und dritte Jahrhundert nach Chr. Geb. fäͤllt, fuͤr einen Grund, fuͤr ein Intereſſe dabey koͤnne gehabt haben, eine ſo haͤßliche Beſchuldigung gegen einen ſei⸗ ner Collegen, der ohngefähr 30 Jahre vor unſrer Zeitrechnung ſchon nicht mehr am Leben war, ganz aus der Luft zu greifen. Ueberhaupt moͤchte es doch wohl zu hart ſeyn, wenn man ei⸗ nem Manne, wie Dio Kaſſius, der das Gluͤck hatte, drey ſo vorrreflichen Kaiſern, wie Pertinax, Macrin und Ale⸗ rander, der Sohn der Mammaͤa, unſtreitig waren, 7 ge⸗
fauen,
nigſtens den Catilinariſchen Krieg, vor ſeiner Statthalterſchaft in Numidien, und zwar nachdem er Volkstribun(a. u. c. DCCLII.) geweſen war, und nun eine Zeitlang von Staatsge⸗
ſchaͤften entfernt lebte, bekannt gemacht habe, ein neues Gewicht.


