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land weiterhin gezeigt, daß es ungereimt ſeyn wüͤrde, wenn man die Verſtoſſung des Salluſt aus dem Senate geradezu als eine Folge ſeines ſchlechten moraliſchen Charakters und ſei⸗ nes aͤrgerlichen Lebenswandels anſehen wollte. Sie kann, wie ebendaſelbſt mit vieler Wahrſcheinlichkeit vermuthet wird, weit eher in einer Cabale, in dem Privathaſſe der Ciceroniſch⸗Mi⸗ lonianiſchen Parthey, deren Freundſchaft dem Appius Pul⸗ cher, dem einen der damaligen Cenſoren, ſehr wichtig war, ihren Grund gehabt haben. Auch kann man von den Alten keinen einzigen, ich will nicht ſagen, unverwerflichen, ſondern nur halbguͤltigen Zeugen anfuͤhren, der ſie auf die Rechnung ſeiner Ausſchweiſungen ſchriebe. So viel ich bey dem ſorgfäl⸗ tigſten Nachſuchen zu finden vermochte, hat das niemand ge⸗ than, als eben der Scholiaſt, der bereits ſeine Abfertigung erhalten hat, und der Verfaſſer der Declamation gegen den Salluſt, die Cicero's Namen fuhrt, und in allen Ausgaben unſers Geſchichtſchreibers befindlich iſt. Aber haben denn nicht ſo viele Maͤnner von der gruͤndlichſten Erudition, unter denen ich hier nur einen Peter Vietorius, Lipſius, Gerhard Johann Voſſius und Corte nenne, augenſcheinlich dargethan, daß ſowohl die Declamation gegen den Salluſt unter Cice⸗ ro's, als die andere gegen den Cicero unter Salluſts Na⸗ men, weiter nichts als elende Schulchrien eines Porcius La⸗ tro, oder Vibius Criſpus, oder wer weiß, was fuͤr eines andern unbetannten Scriblers, ſeyen? Doch man braucht wahrlich ſie nur ein einzigesmal geleſen zu haben, um beides Inhalt und Ausdruck ſo klaͤglich zu finden, daß es unbegreif⸗ lich iſt, wie der elende Verfertiger derſelben die ehrwuͤrdigen Namen eines Cicero und Salluſt an die Stirne ſolcher Mis⸗ geburten zu ſetzen ſich erfrechen mochte. Aber freylich noch unbegreiflicher bleibt es, daß es Leute gegeben hat, die ſie ganz getreulich fuͤr das gelten lieſſen, wofuͤr ſie ſich ausgeben. Alſo


