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im Anfang noch ſehr fehlt, und die bei weitern Uebungen in der praktiſchen Geometrie nothwendig iſt. Die Nachzeichnun⸗ gen werden am beſten zu Haus gemacht, weil alsdenn keine Zeit dadurch verlohren geht, die zum Unterricht beſtimmt iſt, und ein Anfänger für ſich auch beſſer damit zurecht kommen kann, weil er dann nicht uͤbereilt wird.
4.) Bei dem Beweis eines jeden Sazes iſt es wieder ſehr nothwendig, daß man, ehe der Beweis ſelbſt vorgetragen wird, zuvor beſtimmt ſeſtſezzet, was bewieſen werden ſoll, und dieſes einigemal wiederhohlen läßt. Dies muß das Ziel ſeyn, das der Schuͤler immer vor Augen behaͤlt, und worauf der Lehrer mit ihm losgehet. Vorzuͤglich iſt dieſes bei weitlaͤuftigen Be⸗ weiſen wichtig, wo ohnehin durch Einſchiebung der Mittelſaͤze die ganze Abſicht des Beweiſes leicht vergeſſen wird. Es iſt gut, wenn man den Endzwek des Beweiſes mit Worten oder Zeichen kurz anſchreibt, um denſelben immer vor Augen zu behalten, und bei weiterem Forrſchritt immer darauf aufmerk⸗ ſam zu machen. Dann kann der Schuͤler das Ganze heſſer faſſen, und weiß, an welche Hauptideen er die andern an⸗ knüpfen ſoll. So ſchreibt man bei dem Beweis des pythagori⸗ ſchen Lehrſazes kur an: Das Qa= Qbt Qc. Wenn man nun die einzelen Theile deſſelben durchgehet, ſo laſſe man alles weg, was nicht unmittelbar zu der Abſicht führet, und ſchreibe die Schlußſäze, welche herausgebracht werden, unter⸗ einander, um hernach ein Schema zu haben, wonach der Be⸗ weis leicht wiederhohlt werden kann. Dies giebt dem Lehrling die Fertigkeit, den ganzen Beweis mit einem Blik zu überſe⸗ hen. Nun iſt dieſes freilich nicht von Anfängern zu verlan⸗ gen: aber deſto noͤthiger iſt ihnen aufmerkſame Ueberſehung der laͤngſten Beweiſe, weil ſie dadurch nach und nach dieſe
Fertig⸗


