Aufsatz 
Von der besten Methode, die Mathematik in Schulen zu lehren / Friedrich Wilhelm Daniel Snell
Entstehung
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von dem Quadrat, wenn ihm nicht vorher durch Worte und Zeichnung deutlicher beſtimmt worden iſt, was eine Figur uͤber⸗ haupt iſt, in welchem Fall ſie gleichſeitig, und in welchem rechtwinkelicht genennt wird. Hier kann ihm, wenn er den Begriff des Quadrats einmal recht gefaßt hat, ſogleich der Begriff des Parallelogramme ohne Muͤhe deutlich gemacht werden, wenn man neben das Quadrat auch die andere Ar⸗ ten der Parallelogramme hinzeichnet, und ihn ſowohl die Ver⸗ ſchiedenheiten dieſer Figuren, als auch ihre Aehnlichkeit bemer⸗ ten laͤßt. Man bildet hierauf die Definitionen vom Paralle⸗ logramm, und von ſeinen Arten, und ſezt die verſchiedene Be⸗ nennungen hinzu. Durch Gegeneinanderhaltung aͤhnlicher Din⸗ ge wird das Nachdenken des Lehrlings unterhalten, und ge⸗ ſchaͤrft, und der Vortrag wird deutlicher. Es finden ſich in der Mathemarik uͤberall Gelegenheiten, auch die Vorſchrif⸗ ten der Vernunſtlehre nach und nach beizubringen, wodurch ſie ſich zuweilen dem Gemüthe tieffer einpraͤgen, als wenn ſie in einer dazu ausgeſezten Stunde gelehrt werden. Bei dieſem Exempel kann der Lehrer zeigen, wie aus den Eigenſchaften vieler verſchiedenen Dinge ein allgemeiner Begriff gebildet wird; ferner, was man zu beobachten hat, wenn man die verſchiede⸗ nen Dinge unter dem allgemeinen Begriff claſſificiren wull, oder wie man bei der Verfertigung der Tabellen verfaͤhrt. Zur Wiederhohlung der ganzen Materie kann er ſich von ſeinen Schuͤlern eine Tabelle angeben laſſen, worin das Parallelo⸗ gramm mit ſeinen Unterabtheilungen vorkommt. So wird die eine Wiſſenſchaft immer durch Beihulfe, einer anderen deut⸗ licher, und überhaupt kann kein wirkſameres Mittel zu Auf⸗ klarung des Verſtandes erfunden werden, als wenn man beim Vortrag mathematiſcher Säͤge und Beweiſe zeigt, wie die menſchliche Seele zu verfahren pſlegt, und was daraus faͤr mancherlei Regeln der Vernunſtlehre ſlieſſen. 3.) Zur