1 48==S=
Ich komme zu den mathemariſchen Wiſſenſchaften, die mei⸗ nem Bedunken nach in den Schulunterricht gehören. Die Geometrie iſt der Grund der ganzen Mathematik: deswegen verdienet ſie zimlich vollſtändig abgehandelt zu werden. Doch kann dieſes nicht gleich im Anfang geſchehen, ſondern erſt, wenn man ſie zum zweitenmal durchgeher. Im erſten Curſus bedarf man noch nicht ſo viele Säͤzze, um ein verſtaͤndliches Syſtem aufzubauen; das Ganze muß noch ſehr in die Kuͤrze zuſammengezogen werden.— Die Urſache, warum ich glaube, daß die Geometrie beſſer vor als nach der Arichmetik abgehan⸗ delt werde, iſt, weil ich die Geometrie fuͤr leichter und ange⸗ nehmer fuͤr den Anfaͤnger halte, als die Arithmetik: denn ſie hat es mehr mit ſinnlichen Gegenſtaͤnden zu thun. Und uͤber⸗ das muß ja jeder, der die Mathematik wiſſenſchaftlich erlernen will, zuvor die Arithmetik praktiſch kennen gelernt haben, und alſo ſo viel vom Rechnen Wiſſen, als zum Verſtehen der Geo⸗ metrie noͤthig iſt.— Nach dem erſten geometriſchen Curſus kann die Arithmetik gruͤndlich gelehret werden. Hierauf laſſe man den zweiten Curſus der Geometrie folgen, und entwik⸗ kele jeden Abſchnitt weitlaͤuftiger, und fulle die leeren Luͤtken aus. Durch dieſe Wiederhohlung praͤgt ſich die Wiſſenſchaft deſto tieffer ein, und kann nun leichter als das erſtemahl voll⸗ ſtaͤndig gelehret werden. Doch gehet mein Vorſchlag dieſe Ord⸗ nung betreffend, nur auf ſolche Fälle, wo der ganze Hauffe der jungen Leute ſich zimlich gleich iſt. Im gegenſeitigen Fall würde man am beſten thun, wenn man den Unterricht der Beſſern und Schlechtern theilte— wo es andere Umſtände nicht unmoͤglich machen— und mit den Leztern auf die vor ge⸗ ſchlagene Art verfuͤhre; die erſtern aber ohne groſſe mſchweif⸗ fe zu einer vollſtaͤndigen Kentniß der Arithmerik und Geometrie führte.— Das übrige, was aus der reinen Mathematik nna
ür


