Aufsatz 
Gedanken über den allgemeinen Nuzzen der Geographie und eine zweckmäßige Lehrmethode derselben auf Schulen / Franz Knoes
Entstehung
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Ir betrachtet, in welcher Weltgegend, in welcher Lage und Ver⸗ haͤlrnis gegen andere Laͤnder er ſich befinde: ſollte dies ſich nicht alsdann um ſo viel lebhafter ſeiner zarten Seele eindrüͤcken? In jedem Europaͤiſchen Lande iſt's genug, die Hauptſtadt, auch wohl mit Auswahl eine berühmte Untverſitaͤt, Handelsſtadt oder Veſtung nebſt den Hauptfluͤſſen und Gebuͤrgen zu zeigen. Nur aber entſerne ſich alles Ermuͤdende des Vortrags. Man hebe ſteis nur die mertwaͤrdigſten Sraͤdte aus, wobei man ſeinen Zöglingen erwas erzählen und ihre Neugierde ſtillen kann. Ein Mittel wird es ſeyn, ihre Aufmerkſamkeit rege zu machen, wenn man zuweilen eine Erzählung von etwas Seltſamem, falls es auch nicht die Maße der reellen Kenntniſſe vermehrt, denn wer wollte dies hier immer fordern? mit einflicht. Die übrigen Welttheile, blos den darinn befindlichen Laͤndern über⸗ haupt nach, zu kennen, iſt fuͤr jetzt hinlaͤnglich..

Eine allgemeine Erinnerung finde hier noch einen Platz: wie ſchlechterdings unverzeihlich es ſei, bei den untern Schä⸗ lern fluͤchtig über dergleichen Gegenſtaͤnde wegzueilen. Bei ih⸗ nen iſt eine ganz beſondere Accurateſſe nöthig, da uns die Er⸗ ſahrung ſo laut zuruft, wie außerordentlich viel es auf den er⸗ ſten Eindruck einer Sache auf des Menſchen Seele ankomme.

Iſt das Jundament dauerhaft, wer wird nicht vergnügt darauf bauen? Der Lehrer kann alſo im zweiten Kurſuo ſeine jungen Freunde ſchon etwas tiefer, wiewol auch hier noch mit einiger raͤnkung, beſonders in die Geographie von Luropa hineinfuͤhren. Mir dieſem müſſen wir ſie am erſten recht ver⸗ traut machen. Thoͤricht wärde es ſeyn, die uns zunaͤchſt lie⸗ genden, und am meiſten kultivirteſten Länder mit fluͤchtigen Bli⸗ cken zu durchlaufen, um ſchon jeyr bei den andern Weltthei⸗ len deſto läͤnger verweilen zu kͤnnen, wo uns doch das Schick⸗ ſal von ſo vielen Laͤndern noch keine zuverläßige Nachrichten

ſchenkte. Ich überlaſſe es alſo der Klugheit des kehrers, hier