10— wie klaͤglich fuͤr den Juͤngling, der eine Sache, deren Begrif ihm dunkel vor ſeiner Seele ſchwebt, ſich hell und deutlich vorſtellen ſoll!.
Es entſtehe nun die Frage: wie muſſen wir bei unſerm geographiſchen Vortrag in Schulen vom erſten Anfange an zu Werke gehen? Den Gang, den ſelbſt die Natur befolgt, nach deren Geſezzen ſich die Faͤhigkeiten der menſchlichen Seele erſt nach und nach entfalten, müſſen auch wir nicht aus den Augen verlieren. Wir muſſen, wiewol dieſes beinahe keiner Erinne⸗ rung bedarf, vom Leichtern zum Schwerern fortſchreiten. Ich würde demnach ſolgende drei bis vier Kurſuo vorſchlagen. Denn dee Anzahl derfelben richtet ſich nach Mehrheit der Klaſ⸗ ſen, und je mehrere dieſer ſind, um ſo viel unmerklicher laſ⸗ ſen ſich die Uebergaͤnge aus dem einen in den andern Kurſus einrichten.
In der untern Klaſſe wird jeder vernuͤnftig denkende Leh⸗ rer ſeine Knaben zuerſt mit der Lage der fuünf Welerheile bekannt zu machen ſuchen, nachdem er ihnen, wie natuͤrlich, zuvor ge⸗ zeigt, welches Abend, Morgen u. ſ. w. ſei. Iſt dies ge⸗ ſchehen, ſo könnte man Suropa und unter deſſelben Rei⸗ chen,— der von teurſchen Geographen meiſt beliebten Ordnung gemaͤs, auf die wir, weil es uns Vaterland iſt, von ſelbſt gefuͤhrt werden,— Teutſchland zuerſt beſonders vornehmen. Welchem von Germaniens zehn Kreißen aber wir den Vorrang geſtatten, halte ich für ein Wert unſerer Willkuͤhr. Man folgt gewoͤhn⸗ lich, und nicht mit Unrecht, der Anleitung ſeines Kompendiums. Doch, könne' es nicht nützlich ſeyn, gleich Anſangs mehr auf das Lokale zu ſehen? In dem neugierigen Knaben wird, wenn er nun den Umris der ganzen Erde vor ſich hingezeichnet über⸗ ſieht, gewis der Gedanke entſtehen: Wo finde ich meine Ge⸗ gend auf der Weltkarte? Wo meinen Aufenthalts⸗Opt? Wie nun, wenn der Lehrer, von dieſem Standpunkt aus, ne 8
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