12—
giengen. Dadurch wird die Gedult des letztern— wozu es frei⸗ lich nach ſeinem Character eben nicht viel brauchte— voͤllig erſchoͤpft und ſein Unwillen durchbricht alle Schranken. Das quin, welches die Dacier ſehr gut durch au nom de Dieu uͤber⸗ ſetzt hat, druͤckt die Unzufriedenheit recht lebhaft aus.
Ich gehe nun zu einem andern Zug in dem Character des Soſia fort, der mit dem vorigen eine genaue Verwand⸗ ſchaft hat. Diß iſt die groſe Idee des Menſchen von ſeiner Geſchicklichkeit und ſeinen erhabenen Einſichten, die doch aller Wahrſcheinlichkeit nach ſehr eingeſchraͤnkt waren. Auch hier hat ſich Terenz als einen groſen Menſchenkenner gezeigt; denn was iſt gewoͤhnlicher, als daß Leute, die es in einer nicht ganz ge⸗ meinen Handthierung oder Profeſſion nur uͤber den Stuͤmper gebracht haben, ſich mit einer groſen Doſis von Selbſtzufrie⸗ denheit und Allgenuͤgſamkeit betrachten, mit ſtolzem Mitleiden auf andre, die ihrer Einbildung nach viele Staffeln unter ih⸗ nen ſtehen, herabſehen, und es der Natur bey ieder Gelegen⸗ heit Dant wiſſen, daß ſie ihre Gaben ſo reichlich an ſie ver⸗ ſchwendete? Dieſer Character ſchimmert von Anfang bis zu Ende durch iedes ſeiner Worte durch, und um ſoviel unbe⸗ greiflicher iſt es mir, wie es den Erklaͤrern des Terenz moͤglich war, etwas, das ihnen ſo nahe vor den Augen lag, faſt gaͤnz⸗ lich zu uͤberſehen. In einem ſolchen Tone ſpricht er beſonders im vierten Vers, wo er geradezu auf ſeine Geſchicklichkeit provocirt. Sein Herr ſagt ihm, er habe ihm etwas ganz anders aufzutragen, als er ſich einbilde. Sogleich iſt er mit der Frage da: Nun, was kann ich Ihnen denn noch ſonſt durch meine Geſchick⸗ lichkeit dienen? Quid eſt, quod tibi mea ars efficere hoc pofft amplius? Die Dacieriſche Ueberſetzung: qu'y a-t- il de plus, en quoi le peu a'adareſſe que j'ai, vous puiſſe etre utile, iſt ein auffallender Beweis, wie wenig die gute Sran
en


