Aufsatz 
Über den Charakter des Sosia in der Andria des Terenz / Johann Friedrich Roos
Entstehung
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11 de beſondere Abaͤnderung der Stimme, die dabey zu beobach⸗ ten, mit anzudeuten geſucht, ſo irrt man ſich. In dem Te⸗ renz allein kommen unzaͤhlige Stellen vor, in welchen von einer ſolchen Andeutung ſich nicht die geringſte Spur zeigt, und wo gleichwohl der wahre Verſtand nur durch die Erra⸗ thung der wahren Action kann getroffen werden. Was ich vorhin uͤber den wahren Geſichtspunct, aus dem man dieſe Worte zu betrachten hat, erinnert habe, erklaͤrt es uns auch ganz leicht, warum Soſia hier ſo kurz und abgebrochen ſpriche. Und um ſo viel unertraͤglicher iſt fuͤr den feinern Kenner die, zwar ganz richtige, aber ſchleppende und gedehnte Ueberſetzung der Dacier: Cela eſt vrai Monſieur, je ne l'ai pas oubliè, je vous aſſure.

Daß Sie dafuͤr erkenntlich geweſen ſind.

So verſtehe ich die Worte: id gratum fuiſſe aduorfum te, Ich wenigſtens kann die Tautologie nicht wohl verdauen, die andre durch ihre Ueberſetzung hineinbringen. So z. E. die Dacier: Je ſuis ravi,'ai eté, ou ſi je fuis encore aſſez heureux, pour faire quelque choſe, qui vous ſoit agreable,& je vous ai dbien de l'obligation, que mon ſervice ne vous ait pas depla. Daß aber gratus die von mir angenommene Bedeutung haben koͤnne, beweiſe ich doch wohl am ſchicklich⸗ ſten aus dem Terenz ſelbſt. Folgende zwey Stelen ſcheinen mir entſcheidend dafuͤr zu ſeyn: Eun. Act. III, Sc. I, 5. eſit inne datam Profecto, vt grata miht fint, quae facio, omnia. lHeaut. Act. II, Sc. III, ao tum, quum gratum mihi eſſe . potuit, nolui.

Alſo kurz und gut, wenn ich bitten darf Der Alte merkt es entweder nicht, oder will es nicht merten, was fuͤr Bewegungen indeß in der Seele des Freygelaſſenen vor⸗

8 B 2. gien⸗