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Simo. Du weiſt, wie billig und nachſichtsvoll ich von dem Augenblik, da ich dich kaufte, das heiſt, von Kindesbei⸗ nen an*, dich ſtets in deinem Sclavenſtande behandelt habe. Und weil ich fand, daß du mir brav und ehrlich dienteſt, ſo machte ich dich aus einem Sclaven zum Freygelaſſenen, belohn⸗ te dich alſo dafuͤr ſo anſehnlich, als es nur immer in meinen Kraͤften ſtand.
Soſia. Ich erinnere mich deſſen noch wohl.
Simo. Und bis auf dieſe Stunde hat michs noch nicht gereut.
Soſta. Mich freut es, Herr, wenn Sie mit meinen ehmaligen und ietzigen Dienſten zufrieden ſind, und ich weiß es ihnen Dank, daß Sie dafuͤr erkenntlich waren. Aber das iſt mir laͤſtig, daß Sie es ſo beſtaͤndig widerhohlen. Faſt laͤſt das ſo, als wollten Sie damit ſagen, ich haͤtte ihrer Wohl⸗ that vergeſſen. Alſo kurz und gut, wenn ich bitten darf, wao iſt zu Ihren Dienſten?
Und nun einige Anmerkungen uͤber dieſe Worte.
— Machte dich auo einem Sclaven zum Freygelaſſenen—
Zur Rechtfertigung dieſer Ueberſetzung mag die treffende Note des Donat dienen: Daulcem libertatem fecit operatione & tractatione verborum, dicendo ex ſeruo libertum. Non enim tantam haberet gratiam, ſi dixiſfet, feci, libertus ot efßfes, quam ſi dieat, feci e ſeruo ot eſſes libertus. Ac fi quis dicat, feci vt eſſes fanus: non tantam haberet gratiam, quam ſi di. cat, feci vt ex aegro ſanus eſſes.— Mire addit e ſeruo: vt vim beneficii exprimeret. B Ich
* Ego poſtquam te emi a paruulo, In einer ganz neuen Uebeſe Deg T.(Teren zum Lehrbuch fuͤr Schauſpieldichter und Sebeſeßung mit Donats Commentar und mit eigenen Anmerkungen begleitet. Sanct Petersburg bey Logan 1782.) iſt dieſe Stelle ſehr fein ge⸗ dollmetſcht du weiſt, da ich dich kaufte, warſt du noch ein kleiner Bengel.“


