5==. 7 da, wenn man alles zuſammenrechnet, uͤber zehn bis zwoͤlſ Zeilen durch nicht ſpricht, kurz, weil man dachte, Terenz ha⸗ be es unter den Umſtaͤnden nicht fuͤr gut gefunden, ihn durch einen beſondern Character zu unterſcheiden. Das einzige, was ſchon Donat bemerkt, und die ſpaͤtern Ausleger ſamt und ſonders flink nachgeſchrieben haben, iſt die im Grunde ganz richtige Obſervation, Terenz habe ihn auf die Buͤhne gebracht, um uns mit den Dingen, die da kommen ſollen, vorlaͤufig auf eine unterhaltende Art bekannt zu machen, und uns nicht durch einen bloſen Monolog des geſchwaͤtzigen Alten zu ermüuͤden. lnitium autem(ſagt der angeführte Grammatiker) eerarmer Tfoswro, i. e. aduentitiam perfonam, recepit Soſia, propter euoluendam argumenti obſcuritatem.— In hac ſcena haec virtus eſt, vt argumenti narratione actio ſcenica videatur, vt
fine faſtidio longui ſermo fit ac ſenilir oratio.
Das war allerdings, wie ich ſchon geſagt habe, eine Haupr⸗ urſache des Dichters, warum er den Freygelaſſenen auftreten ließ. Aber man irrt ſich, wenn man glaubt, daß er deswegen auf ſeinen Character nicht die geringſte Sorgfalt verwender habe. Vielmehr ſcheint mir das gerade eine der feinſten— und eben daher vielleicht wenig oder gar nicht bemerkten— Schoͤnheiten des Stuͤcks zu ſeyn, daß er einer Perſon, die eine ſo ganz unbedeutende Nebenrolle ſpielt, die in die Hand⸗ lung gar nicht verflochten iſt, demohngeachtet einen ſo ausge⸗ zeichneten und durch ein paar Worte, die dem erſten Anſchein nach faſt ohne allen Zweck daſtehen, voͤllig ausgemahlten Cha⸗ racter zu geben wuſte. Kurz, hier hat ſich meine Meynung nach Terenz recht eigentlich als den Virtuoſen in ſeiner Kunſt gezeigt, auch hier hat er, wie Leſſing im zweyten Theil ſeiner Dramaturgie ſagt„Alles ſo vortreflich motivirt, bey iedem Schritte Natur und Wahrheit ſo genau beobachtet, bey dem
, gering⸗


