Aufsatz 
Über den Charakter des Sosia in der Andria des Terenz / Johann Friedrich Roos
Entstehung
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3+ 8===.* Staͤrke des Terenz in der Zeichnung ſeiner Charactere zieht

auch die Dacier in der Vorrede zu ihrer Ueberſetzung die Worte des Horaz in der erſten Epiſtek des zweyten B. v. 59.

18 Vincere Caecilius grauitate Terentius arte.

Indeſſen, da man, wie Wieland(und ſchon vor ihm Geſner und Hurd) S. 87. des aten Theils ſeiner meiſter⸗ haften Ueberſetzung der Hor. Briefe ſehr richtig bemerkt»Die⸗ ſe Urtheile nicht, wie oͤfters geſchehen iſt, auf Horazens Rech⸗ nung ſetzen muß; da er ſie nur als Urtheile der Kunſtrichter anfuͤhrt, die das Publicum noch zu ſeiner Zeit nachzuſprechen pflege, da er ſo weit entfernt iſt, ſie zu unterſchreiben, daß er ſie vielmehr durch alles, was er uͤber die Frage von dem Vorzug der Alten vor den Neuern ſagt, zu entkraͤften ſucht und da noch uͤberdiß dieſe Stelle auch andre Interpretationen lei⸗ det*, ſo ſcheint ſie mir allerdings nicht ſo entſcheidend fuͤr ie⸗ nen Vorzug des Terenz zu ſeyn, als das kurz zuvor ange⸗ führte Urtheil des Varro. Einen weitlaͤuftigern Unterricht uͤber dieſe Marerie findet man in der Abhandlung des Dan. Beinſius ad Horatii de Plauto& Terentio iudicium, in der Vorrede der Dacier zu ihrer Ueberſetzung des Terenz und in Cruſtus Lebensbeſchreibung der Roͤmiſchen Dichter Th. II. S. 320. u. f. nach der vortreflichen und mit den ſchäͤtzbarſten Zuſätzen bereicherten Ueberſetzung unſers Herrn Profeſſor Schmid. 4

So zahllos und beinahe unuberſehbar das Heer der Com⸗ mentatoren des Terenz iſt, ſo ſehr verlaſſen ſie uns insgeſamt, wenn es darauf antommt, die Richtigkeit eines ieden Charac⸗

ters,

* E. Wieland unmittelbar vor der angefuͤhrten Stelle und Hurd in dem Commentar zu den Epiſteln des Horaz an den Auguſt und die Piſonen. S. z21. I. B.