Aufsatz 
Über den Charakter des Sosia in der Andria des Terenz / Johann Friedrich Roos
Entstehung
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iner der groͤſten Vorzuͤge des Terenz, den ſelbſt die⸗

jenige, die ihn ſonſt auf alle moͤgliche Art herabzu⸗ wuͤrdigen ſuchen, ihm nicht ſtreitig machen koͤnnen,

iſt ſeine groſe Kenntniß des menſchlichen Herzens,

und, was davon eine unmittelbare Folge iſt, ſeine bewunderns⸗ wuͤrdige Kunſt, jeden Character, den er auf die Buͤhne bringt, getreu nach der Natur, nach dem Leben zu zeichnen; das Ge⸗ maͤhlde, das er von ihm entwirft, durch keinen Zug, der niche am rechten Ort angebracht waͤre, nicht in der ſchoͤnſten Har⸗ monie mit dem Ganzen ſtuͤnde, zu verunſtalten, und ſo bis an das Ende auf das gluͤcklichſte durchzufuͤhren. Selbſt die waͤrmſten Verehrer des Plautus mäͤſſen geſtehen, daß ihn Terenz in dieſer Ruͤckſicht weit hinter ſich zuruͤklaſſe, daß iener oft Charactere ſchildere, zu denen ſich die Originale wohl ſchwerlich iemals in dieſer ſublunariſchen Welt finden lieſſen, ein Vorwurf, den, ſoviel ich weiß, noch niemand dem Te⸗ renz zu machen ſich getraute. Schon das Alterthum faͤllte dieſes Urtheil. In argumentis, ſagt DVarro beym Nonius unter dem Wort Poſcere, Caecilius poſcit palmam, in ethes Trentius, in fermonibus Plautus. Auf dieſe uͤberwiegende A Stäͤr⸗