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ein Mittel zu baͤndigen, und ſich auf irgend eine Weiſe vor ihnen zu ſichern, iſt es auch möoͤglich, dieſen entſezlichen Men⸗ ſchen auszuweichen, und zu verhindern, daß mann nicht in ih⸗ re grauſame und moͤrderiſche Haͤnde faͤllt.
Freilich heißt hier non das ſonſt Hizze bedeutet, Gift;* ich glaube aber, daß auch nach der andern Bedentung die Idee des wuͤtens mit verbunden wird, und darnach habe ich uͤber⸗ ſezt. Der Alexandriner laͤßt das zweite don aus. Der Sy⸗ rer mag dafuͤr wi geleſen haben, welches im Arabiſchen eine Schlange heißt,
ſod mus eine Art von Schlangen ſein, wobei der Be⸗ ſchwoͤrer nicht leicht ſeine Kunſt beweiſen kann, die ſich alſo das Gift nicht wohl nehmen und auf einige Stunden un⸗ ſchaͤdlich machen laͤßt, die ganz unbaͤndig iſt. Ich habe mir den meiſten der neuen Interpreten Otter uͤberſeze, ohne zu wiſſen, was es eigentlich fuͤr eine beſondere Art von Schlange ſein ſoll, indem es bisher noch nicht voͤllig ausgemacht worden iſt. Von ihrem uͤberaus tödtlichen Gift geſchieht 5. Moſ. 32, 33. Hiob 20, 14. 16. Erwaͤhnung.
Ich muß noch Rechenſchaft geben, warum ich an am od uͤberſezt habe: ſie iſt liſtiger, als der weiſe Meiſter, da es gewoͤhnlich ganz anders verſtanden wird, auch von den neuſten Uleberſezzern und Erklaͤrern ganz anders genommen wor⸗ den iſt. Z. E. Herr Hofrath Michaelis in der zweiten Aus⸗ gabe der Pſalmenuͤberſezzung:
Sie haben Gift, wie Schlangengift: Wie eine taube Schlange, die ihr Ohr zuhaͤlt, Die Worte der Beſchwoͤrer nicht zu hoͤren, Des Zauberers, der ſeine Lieder aufs beſie gelernt hat. . B Berr * Es kommt ſo vor Pſ. 140, 4. Hiob 6, 4. Auch im N. T. heißtt da⸗
Apokal. 14, 8. Gift. Plinius ſagt, daß die Thiere, nur wenn ſie⸗
warm werden, ihren Gift von ſich geben.


