Aufsatz 
Erklärung des 58ten Psalmes / Johann Georg Friedrich Leune
Entstehung
Einzelbild herunterladen

, 5

und ungerecht den Leuten zu ihrem Recht half. Aber hier laͤßt ſich nichts mit Gewißheit ſagen, ſoviel beſſer ſich auch die Bilder des Pſalms verſtehen lieſen, wenn mann die Zeit wuͤß⸗ te, worinn er abgefaßt worden iſt, und die Perſonen kennte, die darinn als die aͤrgſten Boͤſewichte, die zulezt in einem ſchrektlichen Untergang ihren Lohn finden, vorgeſtellt werden.

Vom aten bis zum 6ten Vers wird von der mit Fleis ausgedachten Ungerechtigkeit, der tief eingewurzelten Neigung. zum Betrug und der entſezzlichen Begierde Schaden zu thun die dieſe gottloſe Richter ſtumpf gegen alles Gefuͤhl von Recht und Billigkeit machte, und keinen Menſchen vor ihren Nach⸗ ſtellungen ſicher ſein lies, gereder..

V. 2.) Sie werden gefragt: ob in ihren Ausſpruͤchen auch wirklich Gerechtigkeit ſei, da dann ſchon in der Frage liegt, daß nichts weniger als dieſe darinn ſei. Sprecht ihr ſo, ihr Richter! nach Gerechtigkeit? urtheilt, ihr Leute! ſo nach Billigkeit?

Statt=N punktire ich=r wie jeder thun mus, der auf einen Sinn kommen will, und welches auch der Paralle⸗ lismus membrorum zu fordern ſcheint, der verlangt, daß ich in dem einen Glied ein Wort ſuche, das dem in dem andern entſpricht.=g machte den Auslegern viel Schwierigkeit. Es iſt dem Kontext der Rede gar nicht angemeſſen, und giebt kei⸗ nen Sinn, macht auch, wenn mann mit Klerit 6=e oder rbred ließt, und annimmt, daß das ſo zugeſezzte d beim Ab⸗ ſchreiben von dem vorhergehenden nämlichen Buchſtaben ver⸗ drengt worden ſei, doch den Vers ganz wäͤſſerigt. Durell

punttirte daher ſehr gluͤkklich en ihr Goͤtter, Juͤrſten! (Vergl. Pſ. 82.) worinn in Herr Hofrath Michaelis mit 3

me * 2. Sam. 17, 2⸗6. d