Aufsatz 
Einige Bemerkungen über den hebräischen Elementarunterricht auf Schulen / Johann Friedrich Roos
Entstehung
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zween Mitlauter unmittelbar auf einander ausſprechen, daß die⸗ ſer Laut, wenn er ſich einem a, e, oder o naͤhere im hebraͤiſchen die verſchiedne Namen chatef patach⸗ chatef ſaegol und chatef

kamets bekomme. Doch dieſe Beyſpiele moͤgen hinreichend ſeyn, um mich deutlicher uͤber dieſen Punkt zu erklaͤren.

Bey dem Capitel vom Verbum muß man nun auch einen Unterricht von den verſchiednen irregulaͤren Coniugationen der Hebraͤer hinzufuͤgen. Sie auswendig lernen zu laſſen, wie man noch haͤufig zu thun pflegt, halte ich nicht fuͤr rarhſam, weil ein ganz auſſerordentliches Gedaͤchtnuͤß dazu gehoͤrt, ſie immer fertig zu behalten, und ſie nicht untereinander und ſelbſt mit der regulaͤren Coniugation zu verwechſeln. Es iſt genug, wenn der Lehrling die regulaͤre Coniugation auswendig weiß; die Veraͤnderungen, die bey der irregulaͤren vorgehen, kann man auf wenig Regeln zuruͤck bringen, wenn man anders nicht nach dem ehmaligen loͤblichen Brauch die Wegwerſung oder Hinzu⸗ ſetzung eines ieden Vokals zu demenſtriren bemuͤht iſt. Auch wird es ſehr viel zur Erleichterung des Schuülers beytragen, wenn man ihm die verſchiedne Abweichungen der irregulaͤren Koniugation von der regulaͤren zur allggemeinen lleberſicht auf eine Tabelle bringt, ohngefaͤhr wie dieienige iſt, die der Chre⸗ ſtomathie des Hrn Profeſſor Hufnagels angehaͤngt iſt. Geſeit auch der Schuͤler behaͤlt nicht alles, was man ihm bey der Erklaͤrung der Grammatick ſagt, ſo hat man ia Gelegenheit ge⸗ nug zur Widerhohlung, wenn man iedesmal zum Beſchluß der Stunde ein uͤberſeztes Penſum grammatiſch durchzeht, und ihn die Regeln der Grammatit aufſchlagen und auf die vorkom⸗ mende Faͤlle anwenden laͤſt. Auf dieſe Art kann man ihm, ohne ſein Gedaͤchtnuͤß zu belaſten, und ihm vor dem Studium dieſer Sprach einen Eckel zu erwecken, in kurzer Zeit das we⸗ ſentlichſte der Grammatit feſt einpraͤgenn.

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