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ſen droht, als wenn man Kenntnuͤß der hebraͤiſchen Sprache nicht gerade von einem ieden Theologen ſordern koͤnne. Man zeige ſeinen Lehrlingen, daß auch die beſte Uleberſetzung nur ein elender Behelf ſey, daß ſie als zukuͤnftige Theologen, ſich eine gelehrte Kenntnuͤß ihrer Religion verſchaffen, und ſich haupt⸗ ſaͤchlich auch dadurch uͤber den Layen erheben muͤſten, daß ſie in dem Grundtexte der heiligen Schrift mit eignen Augen ſehen koͤnn⸗ ten. Auch wird es ſehr viel dazu beytragen, ſie zu einem an⸗ haltenden und unverdroſſenen Fleiſſe in der hebraͤiſchen Sprache zu ermuntern, und von der Unentbehrlichkeit derſelben zu uͤberzeu⸗ gen, wenn man ihnen oͤfters in ausgeſuchten Beyfpielen zeigt, daß die Sprache des Neuen Teſtamentes voͤllig hebraͤiſchartig ſey, daß alſo eine richtige Einſicht in die Sprache und Erklaͤ⸗ rung derſelben nothwendig ein ſorgfaͤltiges Studium des Alten Teſtamentes vorausſetze. Um ihnen dieſe Aehnlichkeit noch fuͤhl⸗ barer zu machen, kann wan ihnen auch wohl zuweilen ein Stuͤck, das ſie uͤberſetzt haben, nach der Alexandriniſchen Ver⸗ ſion vorleſen. Der Lehrer mache ihnen darauf durch die Vor⸗ ſtellung Muth, daß die Erlernung der hebraͤiſchen Sprache kei⸗⸗ neswegs mit ſo vielen Schwuͤrigkeiten verbunden ſey, als ſie ſich vielleicht einbilderen, daß er ſie, wenn ſie anders ſeine Be⸗ muͤhungen durch gehoͤrigen Fleis und Aufmerkſamkeit unterſtuͤ⸗ tzen wuͤrden, in kurzem durch ihre eigne Erfahrung zu uͤberzeu⸗ gen hoffe, daß dieſe Sprache in vielem Betracht weit leichter und einfacher ſey, als die griechiſche und lateiniſche. Nur bit⸗ te man ſie, von dem erſten Anfange nicht ſogleich einen Schluß auf das ganze zu machen, und ermuntre ſie, ſich zuerſt einige Mahe nicht verdrieſſen zu laſſen, die ihnen in der Folge, wenn ſie einmal die erſte Schwuͤrigkeiten uͤberwunden haͤtten, durch deſto groͤßere Leichtigkeit wuͤrde erſezt und belohnt werden. Die meiſte, die in den neuern Zeiten, ſich uͤber das hebraͤiſche Sprachſtudium ausgebreitet haben, haben ſich viele Muͤhe ge⸗ ð geben,


