Aufsatz 
Von dem Ursprung der griechischen Accentzeichen / Karl Philipp Michael Snell
Entstehung
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anders iſt der Vortrag in einer Rede, und anders in einem Gedicht, ireta Noys za Tomc tas Ns es³.

Man ſolte glauben, Hr. Herder haͤtte bei ſeiner Schrift uͤber den Urſprung der Sprache dieſe ariſtoteliſche Stelle zum Grund gelegt, um einen Commentar daruͤber zu ſchreiben. Was wir zu unſerm gegenwaͤrtigen Gebrauch daraus lernen, iſt ſol⸗ gendes: 1) die vollkomnere Art der Stimmbewegung war, ihrer Exiſtenz nach, eher, als die unvollkommere: die Rhapſodie eher als die Sprache, folglich auch die Poeſie und Schauſpielkunſt eher als die Redekunſt. Und wir koͤnnen nach der Analogie den ſichern Schluß machen: Die Muſik war auch eher, als die Poeſie und Schauſpielkunſt. Die Geſchichte be⸗ ſtaͤttigt alle dieſe Vermutungen. Man hatte eher beruͤhmte Tonſtuͤnſtler, als beruͤhmte Dichter. Linus, Orpheus, Mu⸗ ſaͤus und ihre Zeitgenoſſen, muſten ſich vermuthlich mit Volks⸗ liedern bei ihrer Muſik behelfen. Man hatte eher beruͤhmte Dichter, als beruͤhmte Redner. Wo war die Redekunſt zu den Zeiten des Homers? Kein Demoſthenes kann auferſtehen, wenn nicht erſt ein Orpheus, und bernach ein Homer, ſeine Vorgaͤnger waren. 2) Die verſchiedenen Arten der Stimmbe⸗ wegung muͤſen im Anfang einander ziemlich gleich geweſen ſeynz es muſte langſam zugehen, bis ſie von einander abgeſondert, und iede Kunſt nach ihren eignen Regeln ausgeuͤbet wurde. So wie nun Muſik und Rhapſodie, Ton⸗und Schauſpielkunſt, nicht weit von einander entfernt waren; ſo entfernte ſich auch die erſte Sprache in Proſa nicht weit von der Rhapſo⸗ die, die Redekunſt entlehnte ihre erſten Regeln aus der Dicht⸗ und Schauſpielkunſt. Aus der Dichtkunſt nahm ſie ihre Regeln fuͤr die innern, und aus der Schauſpielkunſt die fuͤr die aͤuſern Schoͤnheiten her: bis ſie endlich eine beſondere Kunſt ward.

3 Was