Aufsatz 
Von dem Ursprung der griechischen Accentzeichen / Karl Philipp Michael Snell
Entstehung
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die theatraliſchen Töne, welche roapſodiſch ausgeſprochen wur⸗ den, und welche ſie uns nicht anders zu beſchreiben wiſſen, als durch das Vorleſen eines Gedichts.*Die mittlere Stimmbe⸗ wegung, ſagt Euklides, beſteht aus beiden; mit dieſen pflegen wir Gedichte vorzuleſen. Vorleſen und abſingen iſt hier ei⸗ nerlei, denn ſie wurden nie anders als rhapſodiſch vorgeleſen. Alſo hatten die Griechen dreierlei Stimmbewegung: Die muſi⸗ kaliſche oder ſingende, die rhapſodiſche, und die ſprechende. Wenn wir wiſſen, wie die Accentzeichen in den beiden erſteren gebraucht wurden, ſo iſt ſehr leicht, auch ohne den Beweis von hinten her, einzuſehen, wie ſie auch in die dritte Art der Stimmbewegung, die der Proſa eigen war, gekommen ſeyn müuſſen. Eine Stelle aus dem Ariſtoteles ſoll uns bey dieſer Unterſuchung vorleuchten. Er ſagt in ſeiner Rhetorik, B. 3. K. 1. Die erſten, welche die Menſchen ruͤhrten, waren, wie die Natur mit ſich brachte, Poeten: denn die Na⸗ men waren Nachahmungen. Er will ſagen: die erſte Spra⸗ che der Menſchen, womit ſie die Natur nachahmten, war eine

rt von Poeſie. Denn die Stimme iſt unter allen Natur⸗ gaben, die wir beſizen, dieienige, womit wir am beſten alles nachahmen koͤnnen. Daher ſind die ſchoͤnen Kunſte entſtanden, die Rhapſodie, die Hypokritik(die Schauſpiel⸗ kunſt) und andere. Weil nun die Poeten(und dazu ge⸗ hoͤren hier auch die Schauſpieler,) wenn ſie gleich ſchlechte Sachen vorbrachten, durch den bloſen Vortrag ſich ih⸗ ren Ruhm erwarben; ſo iſt der poetiſche Vortrag zu erſt allgemein worden, wie beim Gorgias(dem Lehrer des Iſokrates, von welchem bekant iſt, daß es nicht die Sachen ſelbſt, ſondern blos der Vortag war, was ihn zum beruͤhmten Redner machte). Und noch iezt ſind viele Ungelehrte, wel⸗ che glauben, auf dieſe Art am ſchoͤnſten in Unterredun⸗ gen mit andern zu ſprechen. Aber ſo iſt es nicht: denn B anders