2(8) 88. I. III. C. 12. Craſſus ſpricht: cum audio ſocrum meam Lae-
liam, eam ſic audio, vt Plautum mihi aut Naeuium videar audire.
Die alten muſikaliſchen Schriftſteller machen uns viele Be⸗ ſchreibung von dieſer theatraliſchen Declamation. Wir uͤberge⸗ hen aber alles, was zu unſerm Hauptſaz nicht gehoͤrt, und be⸗ merken nur dieſes: Man declamirte auf dem Theater nicht nach freiem Belieben, ſondern nach gewiſſen Accentzeichen, welche iedem Worte beigefuͤgt waren; faſt ſo wie bei uns die Recitati⸗ ve nach Noten abgeſungen werden. Man bediente ſich aber auf dem Theater niemals ſolcher Tonzeichen, wie bei der ordentli⸗ chen Muſik gewoͤhnlich waren, ſondern allezeit der bloſen Ac⸗ centzeichen. Vermuthlich waren es eben dieſelben, welche auch in der Muſik gebraucht wurden. Ob es aber eben ſo viele an der Zahl geweſen, und wie ſie mit der Zeit immer vermehre woorden ſeyen; davon haben wir keine vollſtaͤndige Nachricht. Priſcian in ſeinem 15ten Buch, macht uns folgende zehen namhaft: acutus, grauis, circumflexus, linea longa; linea bre- uis, hyphen, diaſtole, apoſtrophe, daſaea und pſyle. Vielleicht find ihrer noch mehrere geweſen..
Wir kommen auf den dritten Gebrauch der Accentzeichen, naͤmlich den in der Sprache. Wir werden hernach mit einer Stelle aus dem Cicero beweiſen, daß auch in der Sprache die Accentzeichen einen Gebrauch gehabt haben: und koͤnnen alſo nicht von der Meinung derienigen ſeyn, welche ſie durch die neuern Grammatiker zu erſt in die Sprache verſezt werden laſ⸗
ſen. Worin hat aber eigentlich ihr Gebrauch bei den Alten beſtanden?.
Muſikaliſche Töͤne hieſen bei den Griechen rouei 1αεμ εs, ſprechende Tone aber rova zeo. Zwiſchen dieſen beiden waren V die


