Aufsatz 
Von dem Ursprung der griechischen Accentzeichen / Karl Philipp Michael Snell
Entstehung
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e(7) e lochus der Satirendichter, der Erfinder der iambiſchen Verſe, ſoll der erſte geweſen ſeyn, der die Rhapſodie in eine maſſkali⸗ ſche Forme gebracht hat. Plutarch erzaͤhlt von ihm, daß er einige ſeiner Verſe, unter waͤhrendem Spielen der Inſtru⸗ mente, nur declamirt, andere aber abgeſungen habe. Das

Declamiren der Verſe unter Begleitung der Inſtrumente, was

i*ſt dieſes anders, als eine muſikaliſche Rhapſodie? oder nach unſerer Sprache, ein Recitatir? Es war kein eigentlicher Ge⸗ ſang, denn es wird hier vom ſingen unterſchieden.

Aber zu den Zeiten des Archilochus wuſte Griechenland noch nichts von Tragoͤdie oder von irgend einem Drama. Die Singſprache war nur die Sprache der Poeten. Sobald aber die Schauſpiele eingefuͤhrt wurden, ward ſie die Sprache des Theaters. Denn die erſten Schauſpiele beſtanden aus lauter poetiſchen Stuͤkken, weil noch nichts in Proſa geſchrieben wur⸗ de. Ueberhaupt war ein Schauſpiel ohne Poeſie bei den Alten ein Unding. Auch in ſpaͤtern Zeiten, da man ſchon Schau⸗ ſpiele ſchrieb, die der Proſa naͤher kamen, wurden ſie immer noch zur Poeſie gerechnet; die Komoͤdienſchreiber hieſen immer noch tragiſche Dichter. UUnd dieſe waren oft zugleich Acteurs. Daher komt es auch, daß die neuern Aeſthetiker noch immer, wiewohl mit Unrecht, ein iedes Drama unter die Gedichte zaͤh⸗ len, weil es die Alten gethan haben. Bei dieſen aber war es ein anders; ſie kenneten keine andere, als poetiſche Schauſpie⸗ le Daraus iſt ſehr leicht zu begreifen, wie die Rhapſodie auf allen Theatern eingefuͤhret wurde: aus der Singſprache der Poeren entſtand nun die theatraliſche Declamation. Und hier wurde ſie erſt recht gefeilt; hier erreichte ſie, mit der Vollkommenheit des Theaters, die hoͤchſte Stufe der Feinheit, der Zierlichkeit, der Empfindſamkeit, und der Gewalt im Aus⸗ drut. Cicero zielet darauf, wenn in ſeinem Buch de Oratore

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