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Drama bedienten ſie ſich einer gewiſſen Declamation, die dem griechiſchen Theater ganz eigen war. Sie war weder ſingend noch ſprechend; ſie war ein Mittelding zwiſchen Muſik und Sprache, faſt ſo wie ein italiäniſches Recitativ. Die Italiaͤner halten es fuͤr die allerſchoͤnſte muſikaliſche Compoſition, und die Franzoſen wollen es gar nicht fuͤr Muſik erkennen; ſo ſehr gleicht es der. Rede. Die Beſchreibung, welche Rouſſeau davon giebt, iſt intereſſant. Es iſt, ſagt er, diſcours recitẽ d' un ton muſical& harmonieuc. Ceeſt une manidre de chant,
qui approche beaucoup de la parole; une declamation en muſi-
que, dans laquelle le muſicien doit imiter, autant qu' il eſt poſ- lible, les inflexions de voix du declamateur. Hier haben wir ohngefaͤhr eine Vorſtellung von der theatraliſchen Declamation der Griechen.
Ihre Sprache war an ſich ſchon ſehr melodiſch. Sie ver⸗ anderten die Stimme weit mehr als wir; ſie ſangen oft, in⸗ dem ſie reden wolten. Die Spreche der Leidenſchaften war ei⸗ ne ſingende Sprache. Wenn es richtig iſt, was Dionys von Halikarnaß erzaͤhlt, daß die Erhebung der Stimme bei einer ſcharſen, und die Erniedrigung derſelben bei einer ſchweren Sil⸗ be, allemal eine vollkommene Quinte war; ſo muß ihre Spra⸗ che an ſich ſehr ſingend geweſen ſeyn.—
Kein Gedicht wurde anders, als halbſingend oder recitati⸗ viſch hergeſagt Daher ſagen die alten Poeten ſingen, an Statt dichten. Die Poeten ſangen ihre Gedichte entweder ſelbſt, oder verkauften ſie, wie Homer gethan hat, an die Rhapſoden. Dieſe waren Leute, welche bei Feſten und Spielen die Gedich⸗ te vorſangen: und die Rhapſodie war die Kunſt, Gedichte ab⸗ zuſingen. Sie war aber nicht nur bei tragiſchen, ſondern auch bei den lyriſchen und epiſchen Gedichten, gewoͤhnlich. Archi⸗ lochuo


