Aufsatz 
Von dem Ursprung der griechischen Accentzeichen / Karl Philipp Michael Snell
Entstehung
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von mehr als vier Saiten und mit dieſen nur vier Toͤnen auf den Inſtrumenten. Selbſt Merkur und Apollo ſpielten auf ſolchen viertoͤnigen Leiern. Amphion und Orpheus ſezten noch drei Saiten hinzu; aber iede Saite gab nur einen Ton. Sie hat⸗ ten alſo ſieben Toͤnez und nun hatten ſie eine Muſik, womir ſie die groͤſten Wunder thun konten. Mit ſieben Toͤnen ſpielte Orpheus auf dem Argonautenzug die Felſen im Meer von ein⸗ ander. Mit ſieben Toͤnen that Amphion zu Thebe ein Wun⸗ der, welches das bei Jericho noch weit uͤbertraf: er ſpielte ſo

durchdringend, ſo kraftvoll, daß die Stadtmauren in einem Au⸗

genblik hergeſtellet wurden. So wichtig war dieſe Verbeſſerung der Muſik. Terpander von Lacedaͤmon, welcher nicht gar lan⸗ ge nach dem Orpheus lebte(denn er bekam des Orpheus Leier, welche die thraciſchen Frauenzimmer nebſt ſeinem Kopf in den Fluß Hebrus geworfen hatten, von den Fiſchern, die ſie im Meer auffingen, zum Geſchenk) ſezte noch einen Ton auf der Leier hin⸗ zu: Daruber wurde er von ſeiner Obrigkeit, als einer der da Neuerungen aufbraͤchte, zur Rechenſchaft gezogen.

Aus dieſen Beiſpielen koͤnnen wir uns ohngeſaͤhr eine Vor⸗ ſtellung machen, was die Muſik in den aͤlteſten Zeiten fuͤr eine Geſtalt gehabt haben muͤſſe. Man hatte wenig Toͤne, folg⸗ lich brauchte man auch wenig Tonzeichen. Die Accentzeichen, welche wir in den folgenden Zeiten bei den Grammatikern fin⸗ den, waren im Anfang hinlaͤnglich alle ihre Toͤne zu bezeich⸗

Der andere Gebrauch der Accentzeichen findet ſich auf dem Theater. Hier hatten die Griechen Inſtrumentalmuſit und Geſaͤnge: dieſe gehoͤren in den vorigen Abſchnitt. Sie hat⸗ ten Taͤnze, die gehen uns hier nichts an. Sie hatten aber auch dramatiſche Vorſtellungen, zu erſt Tragoͤdien, hernach Koͤmoͤ⸗ dien und andere Schauſpiele. Bei allen dieſen Arten von

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