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kritiſchen Tonlehrer herausgebracht, und allgemein angenommen haben, iſt, kurz zu ſagen, dieſes: In den aͤlteſten Zeiten brauchten die Tonkuͤnſtler blos Accentzeichen zur Bezeichnung der Toͤne. Pythagoras, dieſer groſe Reformator der Muſik, fuͤhr⸗ te die Buchſtaben des Alphabets ein, doch ſo daß er die alten Zeichen nebſt dieſen beibehielte. Weil aber ſeine Methode den Künſtlern etwas ſchwer ſchiene, ſo verminderten ſie nicht nur die Anzahl der Tonzeichen, ſondern veraͤnderten ſie auch nach und nach ſo, daß Buchſtaben und Accente getrennt wurden, und iedes ſeine eigne Bedeutung in der Muſik erhielte.
So viel gehoͤrt zum Verſtand unſerer Materie. Es iſt alſo gewiß, daß die Accentzeichen, und zwar eben dieſelben, welche wir in der Grammatik finden, in der Muſik einen Ge⸗ brauch hatten. Dazu ſagt Bryennius, einer von des Mei⸗ boms Schriftſtellern, noch ausdruͤklich, daß anfaͤnglich derſelben nur drei geweſen ſeien. Es laͤßt ſich aber leicht vermuten, daß drei nicht immerfort hinlaͤnglich geblieben ſein koͤnnen, alle Toͤ⸗ ne zu bezeichnen; ia daß in den folgenden Zeiten, da die Mu⸗ ſik weitlaͤufiger wurde, eine groſe Menge derſelben muͤſſe erfunden worden ſeyn. Das geht uns hier nichts an: wir bleiben nur bei dem Urſprung derſelben in den aͤlteſten Zeiten ſtehen.
In dieſen aͤlteſten Zeiten duͤrſen wir uns die Muſik nicht wie die unſrige denken. Wenn wir die Melodien, worauf ſie ihre Hymnen, ihre vortreflichſten Gedichte, ſangen, anſehen, ſo merken wir bald den Unterſchied der alten und neuen Muſik. Jene war ſehr einfach, blos melodiſch ohne Harmonie, mehren⸗ theils ohne beſtimmten Takt, und uͤberſtieg ſelten den Raum ei⸗ ner Octave. Und doch ſind dieſe Hymnengeſaͤnge zum Theil ziem⸗ lich iung. Gehen wir aber bis in das Uralterthum der Grie⸗ chen zuruͤk, da finden wir vollends nur einen Schatten von Muſik. Vor den Zeiten des Orpheus wuſte kein Tonkunſtler
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