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Was lman alſo zu erſt in Theaterſchulen gelehrt hatte, wurde nun in die Rednerſchulen uͤbergetragen. Man nahm vom Theater die guten Muſter fuͤr die Redner, und bildete dieſe nach theatraliſcher Art. Man bediente ſich eben derſelben Methode: ia man trieb das Theatraliſche oft weiter, als es noͤthig war; man brachte ihnen oft mehr davon bei, als ſie brauchen konten. Vieles, was ſie ſich in den Schulen ange⸗ woͤhnt hatten, muſten ſie ſich hernach wieder abgewoͤhnen. Die⸗ ſes lernen wir aus einer Stelle des Quintilians, wo er einen Unterſchied zwiſchen der ſchulmaͤſigen und gerichtlichen De⸗ clamation macht, und ſagt, daß ihm nichts unertraͤglicher, und einem Redner nichts unanſtaͤndiger ſei, als die ſin⸗ gende theatraliſche Declamation. An einem andern Orte (ſ. die Helmſt. Ueberſezzung Th. 1. S. 212. nebſt der Anmerk. des Uleberſ.) ſagt er von Declamationen, durch welche man zur Beredſamkeit, gleichſam als mit Rappieren, vorbe⸗ reitet zu werden pflege, und welche ſchon laͤngſt von dem wahren Modell der Kunſt abgewichen ſtien. Darauf be⸗ ziehet ſich auch eine andere Stelle(B. 1. K. 13. am Ende) worin er gegen das uͤbertriebene affectirte theatraliſche Weſen der Redner eifert. Wir ſehen daraus, auch bis auf die Zeiten des Quintilians wurden die iungen Redner in den Schulen nach theatraliſcher Art gebilder.—
Und nun ſind wir da, wo wir gerne ſeyn wolten. Nun können wir uns denken, wie es ganz natuͤrlich zugegangen, daß die Accenezeichen auch in der Sprache einen Gebrauch gehabt baben. Man entlehnte die Merhode, nach beigeſezten Accent⸗ jeichen zu declamiren, vom Theater, und brachte ſie in die Red⸗
nerſchulen, um den Lehrlingen einen theatraliſchen Vortrag an⸗ zugewoͤhnen.
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