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Viele einzelne Züge beweisen die Lebendigkeit seines Interesses. Mit Freude erfüllte ihn das Gelingen seiner Bemühungen, wenn er bereitwillige Unterstützung fand; von Be- trübniss war er durchdrungen, wenn Hoffnungen, die er in dieser Art gehegt hatte, ihm ſehlschlugen. Wenn in seiner Gegenwart die Rede darauf kam, wie an manchen anderen Orten die Schulen kärglich bedacht seien, und der an sich schon unbedeutende Etat dersel- ben oft noch zum Nachtheil der Jugendbildung verkürzt würde, pflegte er unwillig zu äus- sern:»Sie wüthen gegen ibr eigenes Fleisch.« Gern verglich er im Gespräch die Verwal- tung der Commune mit dem wohlgeordneten Hausstande des Privyatmannes und suchte aus diesem Vergleich das sachgemässe Verhältniss des für den Unterricht der Jugend nothwendigen Kostenaufwandes im Verhältniss zum Besitzstande zu ermitteln, wobei den aus diesen Betrach- tungen hervorgehenden Anforderungen die Leistungen der Communen ihm selten! genügten.
In den Privatstand zurückgekehrt blieb er doch stets im geistigen Zusammenbange mit seinem frühern Wirken, wie dies seine schriftstellerische Thätigkeit beweist, die sich über mehrere für die Verwaltung wichtige Fragen(Städteordnung, Zunftwesen, Resultate der Provinziallandtage u. s. w.) erstreckte. Auch mit dem Real-Gymnasium blieb er in solcher Verbindung der lebendigen Theilnahme an dem Gedeihen desselben. Ihm verdankt die An- stalt die Begründung einer Stiftung, die bis jetzt zwar noch geringen Ertrag bietet, aber dereinst durch Hinzutritt mehrerer Wohlthäter dem Real-Gymnasium wichtig werden kann. Sie bezweckt die Unterstützung der Lehrer durch angemessene Wohnungsentschädigung,— eine wohlberechnete Aushülfe: wenn man bedenkt, dass das Real-Gymnasium in einer Stadtgegend liegt, wo die Lehrer mit ihrem Diensteinkommen ihrer Familie eine angemessene Wohnung zu beschaffen oft in Verlegenheit sind.
Bei so vielen Beweisen amtlicher und besonderer Fürsorge fühlen sich Lehrer und Schüler des Real-Gymnasiums zu innigem Dank gegen den Verewigten verplflichtet. Mögen die Anstalten, deren Begründung er anregte und welche seine hochverehrten Nachfolger im Amte mit gleich wohlwollender Fürsorge beschirmen, lange fortbestehen und als schönes Zeichen der Zeit fortblühen, in der sie ins Leben berufen wurden! Dies wird in unsrer Sphäre die beste Weihe seines Andenkens sein.
B. Lehrer.
Aus dem Lehrer-Collegium schieden im Laufe des jetzt beendeten Schuljahrs:
1) Herr Professor Hartung. Derselbe hatte im April 1815 seine Lehrerthätig- keit am Berlinischen Gymnasium begonnen und war im J. 1819. an die(damalige) Cölni- sche Schule versetzt worden, wo er im September 1822. nach der Emeritirung des Subre- ctor Gattermann in dessen Stelle einrückte und bei der Einrichtung der obern Classen des Real-Gymnasii auch in diesen als Lehrer thätig war und sich überhaupt in jener Zeit um die neubegründete Anstalt durch die Bereitwilligkeit in verschiedenen Lehrgegenständen aus- zuhelfen verdient machte. Der Unterricht in der Muttersprache, in der Geschichte und Geo- graphie blieben die Lieblingsgegenstände seines Lehrens und seine liebreiche Behandlung der Zöglinge in allen Classen diente sehr zur Förderung einer guten Disciplin. Sei- nen Amtsgenossen war er ein theurer Gefährte und Freund, und ist es auch jetzt nach seiner am 11. Mai 1841 erfolgten Emeritirung geblieben. Bei dieser, die wegen geschwäch- ter Gesundheit ihm wünschenswerth wurde, hat sich das Wohlwollen der Communalbehör- den durch Gewährung einer angemessenen Pension und das Hohe Ministerium der Geistlichen- Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten durch Verleihung des Professor-Titels auf eine das Real-Gymnasium ehrende und dankbar anerkannte Weise aufs Neue bethätigt.


