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er die Franzosen sich zu gewinnen, und wendet zu dem Ende unter anderen*) auch das Mittel an, sich als einen glühenden Vaterlandsfreund zu zeigen. Daher denn die so häufig wiederkehrenden Gebete und Wünsche für das Heil Frankreich's und der Franzosen, daher alle die übrigen patriotischen Beziehungen, wie z. B., wenn es in einem Hymnus, der für die Jugend bestimmt ist(Katech. 26, IV.), heisst:
Au bonheur de nolre naissance
Combien mas-tu pas ajouté,
Quand tu nous a fait, dans la France, Trouver patrie et liberté!
Bonnée et magnifique palrie,
Liberté feconde et chérie,
Combien os noms nous semblent douæ! Nous oous recevons de nos pores,
Nous vous conseroons enlieéres, Nous mourrons, Sil le faut, pour ous.
In der für's Vaterlandsfest bestimmten Epistel heisst es:»Gott anbeten, dem Vater- lande dienen, seines Gleichen lieben, das ist die Religion, wie sie Christus in's Herz seiner Schüler pflanzen wollte.« Und nachher:»Gott, Vaterland, Bruderliebe! Diese herrliche Dreieinigkeit herrsche immer in unsern Herzen!« Es crinnert diese Epistel stark an einzelne vereidigte Priester der Revolution, die von der Tribüne herab er- klärten, Patriotismus sei ihre Religion. Ja im Eucol. S. 15 heisst es sogar:»Gott und das Vaterland sind nur ein und derselbe Gedanke.« Höchst merkwürdig ist der für die Vaterlandsfeier bestimmte Festgesang(Eucol. 114.). Er feiert in einem seiner Verse Vincent, Liancourt, Fénélon, L'Epée, Hoche, Rousseau, Voltaire, Belzunce, Franklin, Monthyon, Ganganelli, Desaix, Molière, und schliesst mit den Worten: En awant!!! dest pour la patrie!?! und so geht der Kirchengesang in ein Kriegslied über. Man darf das aber dem Herrn Abbé nicht gar zu übel deuten. Dergleichen ist ihm von früherher nicht ganz fremd. Denn allerdings, auch in den römisch-ka- tholischen Cultus hat sich gar viel Weltliches und Militärisches eingeschlichen: Opern- musiken hört man von der Orgel herab, Napoleon liess bei Erhebung der Monstranz alle Trommeln rühren und im J. 1837 wurden während desselben Aktes in den Juli- tagen die Marseillaise und die Parisienne in allen LElkirclen von Paris Sespolt**).
*) Anpreisuug des Materialismus, des sinnlichen Lebens, Ueberschätzung der lodusttie Schmeichelei gegen die niederen Klassen.
**) Der Gottesdienst in der katholischen Kirche zu Algier ist fast nur militärisch. Das Haus er- schallt von rauschender Militärmusik, während der Priester seine lateinische Formel murmelt, und in dem Moment, wo der Sakristan das Glöckchen läutet, rollt der Donner von 20 Trommeln durch seine Gewölbe. Zugleich präsentiren die Soldaten, die im Kreise vor dem Altar aufgestellt sind, das Gewehr; auf das Commando ihres Offiziers fallen sie auf das rechte Knie und neigen das Haupt auf den Boden, und der rollende Donner der Trommeln dauert fort während des Vater- unsers. Sodann spielt die Musik des Regiments Stücke aus Auber's und Meyerbeer's Opern, wäh-


