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sein äusseres, rein nominelles Festhalten der Latrie und Dulie, so wie das Festhalten vieler Formen, Formeln, Namen und Ceremonien(z. B. Kreuzschlagen, Weihwasser u. v. a.), die aber bei ihm ganz nichtig, ohne irgend eine Rechifertigung dastehen.
Feste.
Mit dem christlichen Kirchenjahre behält Chatel auch die christlichen Haupt- feste bei. Er thut dies gern, denn sie liefern ihm eine schöne Gelegenheit, in Prunk aufzutreten. Aber wie dreht und wendet sich der schlaue Mann, um sie zu solchen Festen zu machen, die mit seinen Principien verträglich sind.
In dem Eingange zu der für das Weihnachtsfest bestimmten Messe liegt zwar die Andeutung, dass dieses Fest so zur Erinnerung an die Geburt Christi ge- feiert werde, und im Katechismus heisst es geradezu, die französische Kirche feiere dieses Fest zur Ehre Christi. Aus der im Eucologe unmittelbar auf jene Andeutung folgenden sogenannten Epistel geht aber hervor, dass das Weihnachtsſest nicht als ein Fest zu Ehren Christi, sondern zu Ehren des Herrn Chatel anzusehen ist. Diese Epistel drückt sich u. a. so aus:»Gottes Güte offenbart sich wie an den Vä- tern so auch an uns. Wenn er den vergangenen Geschlechtern den Weg aller Tu- genden durch Gerechte gezeigt hat, die er ihnen erweckte, so ist er jetzt so gnädig, in gleicher Weise auch uns zu erleuchten durch das Wort eines Reformators, der offen und muthig mit Klarheit uns darthut, dass der Pfad, auf den wir so lange blind gewandelt, sanft und leicht zu einem gefährlichen Abgrund führt, der uns in der Ferne ein mit Blumen geschmücktes Ziel erscheint.«
Beim Osterfeste, dem Auferstehungsfeste, sollte man meinen, müsse Cha- tel in arge Verlegenheit kommen. Aber auch er erkennt eine Auferstehung an, nur jst sie freilich etwas andrer Art, als die sonst in den christlichen Kirchen angenom- mene. Christus ist gestorben. Aber sein Andenken und zugleich die himmlische Wahrheit und die erhabene Vernunft, und unter deren Aegide auch Christi Moral, seine Vorschriften, sein Muth und seine glühende Menschenliebe— dies Alles durch- bricht des Grabes Macht, da man es doch mit der sterblichen Hülle Jesu zu begraben gemeint hatte. Auf solche Weise ist Christus für uns aufgestanden(Eucol. 98-103.).
Das Pfingstfest war nun nicht mehr schwer, auf zweckmässige Weise umzudeuten. Das Pfingstfest der französischen Kirche ist eine Erinnerungsfeier für die Verbreitung der natürlichen Religion. Es ist eine Feier zum Andenken an den Tag, an welchem die Jünger den hohen Entschluss gefasst haben, allen Gefahren zu trolzen und die Lehren ihres Meisters zu verkünden. Eine solche Feier aber ist für Chätel eine zu günstige Gelegenheit, sich selber wieder einen Denkstein zu setzen, als dass er sie unbenutzt vorüber gelassen hätte. Nachdem er in der Pfingst- epistel gesagt, wie die Apostel durch keine Strafe konnten gehemmt werden in der Verkündigung des Evangeliums; wie im funfzehnten Jahrhundert Jobann Huss und Hieronymus von Prag durch den Flammentod die Sache der Vernunft und der Wahr-


