Aufsatz 
Über die Kirche des Chatel / [Rudolf Karl Albert] Holzapfel
Entstehung
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nöthig hält, aus der römischen Kirche her einen Namen beizubehalten, die Sache aber zu vernichten. Ein Beispiel von den Episteln wird unten bei den Festen gegeben werden.

Die dritte bemerkenswerthe Schrift Chatel's ist der Katechismus(Caté- chisme à lusage de l'eglise cath. fr. Paris 1837.) Ein weiterer Fortschritt in der Entwickelung der Lehre ist darin nur in so fern enthalten, als die Grundlage seines dogmatischen Systems, die Lehre vom natürlichen Gesetz, mehr hervorgehoben und ausgebildet wird. Ueber Christi Person wird ganz entschieden die gewöhnliche rationalistische Ansicht ausgesprochen, seine Lehre sei einfach nur die Lehre vom natürlichen Gesetze. Charakteristisch für Chatel ist bei diesem Katechismus das quantitative Verhältniss des Lehrinhalts zu den liturgischen Vorschriſten. Es umfassen die Vorschriften über die Art und Weise des Genusses des heil. Abend- mahls drei volle Seiten, während die Lehre vom Abendmahl auf dem dritten Theile einer Seite abgethan ist.

Das Hauptwerk ist: Le code de l'humanité ou l'humanité ramenée à

ja connaissance du vrai Dieu et au oöritable socialisme. Paris 1838. Dieses

umfangreiche(488 S. gr. S.) Buch soll eine gründliche Darlegung und Durchführung

des neuen Systems geben, zugleich für die Gläubigen den eigentlichen Glaubens-

codex bilden und somit die Bibel ersetzen. Daher rührt auch die Eintheilung in Kapitel und Verse. Und deshalb würde auch dagegen nichts einzuwenden sein, dass der Verfasser nicht eine wissenschaftlich-dogmatische Darstellung gegeben, sondern vielmehr eine Form gewählt hat, in welcher fromme Ermahnungen und apodiktische Behauptungen das Vorwiegende sind, und in welcher zu stärkerer Beglaubigung Gott selbst sehr häufig als redend eingeführt wird. Es würde hiergegen nichts einzuwen- den sein, wenn nur der Verfasser mit Geschick verfahren wäre. Aber dazu war er unfähig. Die Darstellung ist springend und regellos, zugleich unendlich breit mit unzähligen Wiederholungen. Hohle Redensarten vertreten die Gedanken, Willkühr die Consequenz. Die gegebenen Begriffsbestimmungen werden daher selten festge- halten, sondern, wie es dem Verſasser gerade bequem ist, gebraucht er dasselbe Wort in diesem, und wenige Zeilen danach in einem ganz anderen Sinne. Dadurch ent- steht denn oft eine so grosse Verwirrung, dass es scheint, als phantasire der Ver- fasser fieberhaft. Er hascht nach einem Gedanken, zur Ausprägung desselben greift er nach einem Bilde, dieses Bild führt ihn auf ein ähnliches anderes und wieder auf ein anderes, durch den Schimmer eines neuen in ihm aufsteigenden Gedankens wird er verleitet, er vergisst seinen Ausgangspunkt und geräth in eine so maasslose Con- fusion, dass der Leser nach Ariadnes Faden sich sehnt. Die Lektüre dieses Buches ist daher höchst unerquicklich und ermüdend..

Mit dem, was in diesem Werke gegeben wird, kann man das System Cha- tel's als abgeschlossen betrachten. Christus ist ganz hinausgeschafft, der Heiland der Welt ist Herr Abbé Chatel, sein Erlösungsmittel ist seine Lehre vom natür-

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